Wirkeffekte einer additiven seriellen manuellen Therapie der thorakalen Wirbelsäule zur Standardphysiotherapie auf Parameter der funktionalen und funktionellen Gesundheit bei ankylosierender Spondylitis
In der vorliegenden Prospektivstudie über drei Monate wurde die Wirkung einer zusätzlichen Behandlung mit Manueller Therapie (MT) der Brustwirbelsäule (n=12) gegenüber der ausschließlichen Behandlung mit allgemeiner Physio- und Physikalischer Therapie, ohne Anwendung einer Manuellen Therapie (n=12), bei Patienten mit ankylosierender Spondylitis beobachtet. Die beiden Patientenkollektive wurden während ihres stationären Aufenthaltes behandelt, wobei sich die durchschnittliche Anzahl der Behandlungen bei 6,42 Anwendungen mit Manueller Therapie befand. Die Messungen erfolgten bei Aufnahme und Entlassung sowie einem und drei Monaten nach stationärer Aufnahme.Von besonderem Interesse waren neben einer möglichen Verbesserung der Beweglichkeit der Brustwirbelsäule (Ott-Maß) die Auswirkungen auf die Reduzierung des Schmerzzustandes (Visuelle Analogskala), Verbesserung der Lungenfunktion (Atemumfangsdifferenz und inspiratorische Vitalkapazität) sowie eine mögliche Verbesserung des Allgemeinbefindens und der Krankheitsaktivität (BASDAI, BASFI, BAS-G).Signifikante Unterschiede konnten für die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule, im Sinne des Ott-Maß, innerhalb der Gruppe der mit Manueller Therapie behandelten Patienten gegenüber dem Zeitpunkt der Aufnahme zu allen Kontrollzeitpunkten objektiviert werden (p_Entlassung=0,002, p_1Monat=0,002, p_3Monate=0,004), während es in der Kontrollgruppe zu keiner signifikanten Verbesserung kam.Im Vergleich zwischen beiden Gruppen war eine deutliche Verbesserung der Brustwirbelsäulenbeweglichkeit zu Gunsten der MT-Gruppe bei Entlassung (p=0,002) und nach einem Monat (p=0,009) zu verzeichnen wo hingegen nach drei Monaten kein signifikanter Unterschied mehr festzustellen war. Eine Auswirkung der Manuellen Therapie auf eine mögliche Reduzierung des Schmerzgeschehens (VAS) konnte nicht eindeutig bestätigt werden. Es konnte lediglich eine Tendenz zur Reduzierung der Schmerzen innerhalb der MT-Gruppe im Vergleich zum Aufnahmezeitpunkt beobachtet werden (p_Entlassung=0,006, p_1Monat=0,005, p_3Monate=0,013) jedoch kein Unterschied zwischen beiden Gruppen.Ein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen lag für den Parameter der Atemumfangsdifferenz sowohl bei Entlassung (p<0,001), nach einem Monat (p=0,026) und nach drei Monaten (p=0,005) vor.Für die inspiratorische Vitalkapazität (IVC) als weiteren Parameter für die Lungenfunktion ergaben sich innerhalb der MT-Gruppe (p_Entlassung=0,003, p_3Monate=0,008) sowie bei Gruppenunterschieden zwischen den Zeitpunkten Aufnahme und Entlassung (p=0,008) sowie Aufnahme und nach drei Monaten (p=0,003), signifikante Unterschied im Sinne einer Zunahme der IVC auf Seiten der manuell mobilisierten Patienten.Auch bei Beobachtung der Aktivitätsparameter (BASDAI, BASFI und BAS-G) konnte eine deutliche Abnahme der Scores in der MT-Gruppe, zu sämtlichen Kontrollzeitpunkten in Bezug zur Aufnahme beobachtet werden. Die Verbesserung der meisten Parameter, und somit die Wirkung der Behandlung mit Manueller Therapie, hielt bis zu einem Monat nach Behandlung an, nahm jedoch in Hinsicht auf den Kontrollzeitpunkt nach drei Monaten wieder ab.Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Manuelle Therapie auf die Einschränkung der Wirbelsäulenbeweglichkeit, Lungenfunktion und auf die Krankheitsaktivität als positiv wirksam darstellt und somit bei einer effektiven Behandlung der ankylosierenden Spondylitis im Therapiekonzept stets enthalten sein sollte, sofern keine Kontraindikationen vorliegen.
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