Ziel der vorliegenden Arbeit war die Etablierung des, für den Hund von RUFER und GRÜNBAUM (1997) entwickelten, Ceruletid-Tests zurÜberprüfung der Leberfunktion bei Katzen.
Experimentell wurde der Ceruletid-Test bei 9 gesunden Katzen mit Blutprobenentnahmen vor sowie 10, 20, 30, 40 und 50 Minuten nachCeruletid-Stimulation (0,3 µg/kg KM, i.m.) durchgeführt. Die gleichzeitige Injektion von 0,5 mg/kg KM 2%igem Lidocain verhinderte lokaleReizerscheiningen. Die Gallensäurenkonzentrationen zeigten in den geometrischen Mittelwerten einen tendenziellen Anstieg über die Zeit mit einemMaximum nach 40 Minuten. Der Referenzbereich für Gallensäurenkonzentrationen nüchterner Tiere umfaßt < 15,0 µmol/l (0-wert) bis < 35,0 µmol/l40 minuten nach stimulation mit ceruletid.
In der klinischen Anwendung wurde der Ceruletid-Test bei 43 Katzen mit nachgewiesenen Lebererkrankungen neben klinischen,labordiagnostischen, physikalischen und invasiven Untersuchungen durchgeführt. Die Sensitivität für die Bestimmung der Basalwerte betrug 62,8%,für die Stimulationswerte jedoch nur 51,2%. Die Vorteile des Ceruletid-Tests wiegen die geringe Aussagekraft der Stimulationswerte gegenüber deralleinigen Nüchternwertbestimmung nicht auf. Der Ceruletid-Test ist nach den Erkenntnissen der vorliegenden Untersuchung der alleinigenBestimmung basaler Gallensäurenkonzentrationen nicht überlegen. Nebenwirkungen während oder nach der Applikation von Ceruletid wurdenweder bei den gesunden, noch bei den kranken Katzen beobachtet.
Die höchste Sensitivität für die Diagnostik von Hepatopathien zeigte das Enzym ALT mit 67,4%. Als Parameter der Leberfunktion liegt dieEmpfindlichkeit der Bilirubinbestimmung mit 63,4% geringgradig über der Ermittlung der Nüchterngallensäurenkonzentration von 62,8%. Dieser folgtdie Sensitivität der Gallensäurenkonzentration im Blutserum nach Stimulation mit Ceruletid von 51,2%.
Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen