Räumliche Aufmerksamkeitsorientierung durch soziale Hinweisreize: Hirnaktivierung & Konnektivität

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http://dx.doi.org/10.22029/jlupub-15175

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Es herrscht die Annahme, dass der menschliche Blick ein besonderer visueller Reiz ist, der auf spezielle Weise verarbeitet wird. Diese Vermutung wird durch die Beobachtung gestützt, dass abgewandte Augen zu einer automatischen Verschiebung der Aufmerksamkeit in Blickrichtung führen ( Gaze-Cueing -Effekt). Allerdings hat sich gezeigt, dass dieser Effekt nicht spezifisch für soziale Reize ist und auch bei nicht-sozialen Pfeilreizen auftreten kann. Die Betrachtung der Hirnaktivierung hat bislang noch keine abschließende Klarheit in Bezug auf die neuronale Verarbeitung sozialer und nicht-sozialer Hinweisreize erbringen können. Zielsetzung dieser Arbeit ist es daher, die neuronalen Mechanismen des Gaze-Cueing-Effektes und zwei seiner Einflussfaktoren (Alter, Stimulus-Onset-Asynchronie (SOA)) genauer zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen, dass Blickreize in erster Linie occipito-temporale Regionen und Pfeilreize occipito-parietale Regionen aktivierten, was die Annahme unterstützt, dass es sich beim menschlichen Blick um einen besonders bedeutsamen Reiz handelt, der auf spezielle Weise verarbeitet wird. Die Untersuchung der Einflussfaktoren Alter und SOA ergab eine stärkere Aktivierung occipito-temporaler, cingulärer und frontaler Regionen für die kurze SOA, sowie ein unterschiedlich aktiviertes funktionelles Netzwerk. Innerhalb dieses Netzwerks führte die lange SOA zu einer stärkeren Konnektivität zwischen anterioren Arealen, die mit kognitiver Kontrolle assoziiert werden. Bei sozialen Hinweisreizen und kurzer SOA zeigte sich zusätzlich eine stärkere Konnektivität posteriorer Regionen, was auf eine frühere visuelle Verarbeitung sozialer Reize hindeutet. In Bezug auf das Alter ließ sich eine veränderte Aktivierung des Thalamus bei älteren Probanden, sowie eine stärkere Konnektivität zwischen frontalen, temporalen und medialen Regionen, die mit der Verarbei-tung sozialer Reize assoziiert werden, bei jüngeren Probanden nachweisen.

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