Untersuchung zur Bedeutung, klinischen Symptomatik und Therapie von Ovarialzysten bei der Hündin

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Ovarialzysten können bei der Hündin zur Induktion einer Dauerläufigkeit, eines Hyperöstrogenismus und zur Auslösung von Uteropathien führen. Im Gegensatz zu dieser Erkrankung bei Rind und Schwein fehlen bei der Hündin trotz Praxisrelevanz aktuelle und umfassende klinische, endokrine sowie histologische Informationen. Ziele dieser Arbeit waren die Untersuchung der klinischen Symptomatik von Hunden mit Ovarialzysten an einem zahlenmäßig aussagekräftigen Patientenkollektiv, die Ermittlung der mit dem Auftreten von Ovarialzysten verbundenen Risikofaktoren, die makroskopische und histologische sowie die endokrine Charakterisierung von Ovarialzysten. Besonders von Bedeutung war die Fragestellung nach der Erfolgsrate der Behandlung von Ovarialzysten mit ovulationsauslösenden Wirkstoffen.Zur Beantwortung dieser Fragen wurden in einer retrospektiven und prospektiven Studie klinische, labordiagnostische und histologische Daten von 111 Hündinnen mit Ovarialzysten erhoben.Folgende relevanten Ergebnisse konnten gewonnen werden:- Das Alter betroffener Hündinnen betrug 8,6 ± 4 Jahre.- Der Zusammenhang zwischen Alter einer Hündin und der Häufigkeit, an Ovarialzysten zu erkranken, ist statistisch nicht signifikant.- Große Rassen waren im Vergleich zu mittleren, kleinen und sehr großen Rassen überproportional vertreten.- Am häufigsten ließ sich ein Zusammenhang von Ovarialzysten mit Pyometra (46 %) sowie glandulär-zystischer Hyperplasie des Endometriums (50 %) nachweisen.- Die sonographische Darstellung von Ovarialzysten gelang in 63 % der Fälle.- Das Differentialblutbild von Hündinnen mit Ovarialzysten (ohne Pyometra) zeigte eine signifikant höhere Leukozytenkonzentration als der laboreigene Referenzwert für gesunde Hunde (p = 0,0006).- Bei 26 % der Hündinnen mit Ovarialzysten konnte im Blutplasma eine hormonelle Imbalance im Sinne der gleichzeitigen Östradiol-17ß- und Progesteronkonzentration über dem Basalwert nachgewiesen werden.- Hündinnen mit klinisch manifestem Hyperöstrogenismus hatten eine statistisch signifikant höhere Östradiol-17ß-Konzentration im Blutplasma als Hündinnen ohne klinische Anzeichen (p = 0,0081).- Zysten kommen in der Regel multipel vor (71 %).- Meist sind beide Ovarien betroffen (68 %).- Der Mittelwert des Durchmessers aller Zysten beträgt 0,6 ± 0,2 cm.- Der Zusammenhang zwischen den Hormonkonzentrationen im Blutplasma (Östradiol-17ß, Progesteron) und den gemittelten Hormonkonzentrationen in der Zystenflüssigkeit (jeweils Östradiol-17ß und Progesteron) ist statistisch signifikant (für Östradiol-17ß: p = 0,001; für Progesteron: p = < 0,001).- Der Zusammenhang zwischen der Anzahl der Ovarialzysten und den Hormonwerten im Blutplasma ist statistisch nicht signifikant.- Es konnte keine Hündin gefunden werden, die ausschließlich Östradiol-17ß oder Progesteron produzierende Zysten aufwies.- Die histologische/immunhistologische Klassifizierung von 204 zystenartigen Strukturen erfolgte in Germinal-Einschlusszysten (n = 72), Follikelzysten (n = 68), Rete ovarii-Zysten (n = 38), Lutein-Zysten (n = 11), Zystische Gelbkörper (n = 2) sowie nicht klassifizierbare Zysten (n = 13).- Die medikamentelle Zystentherapie, die in der Verabreichung von hCG und/oder GnRH-A bestand, führte in 63 % der Fälle zum Erfolg.- Es bestand kein signifikanter Unterschied im Therapieerfolg zwischen der Anwendung von hCG und GnRH-A.Die Ergebnisse der Arbeit liefern zum ersten Mal weitergehende klinische, labordiagnostische und histologische Informationen zum Ovarialzystensyndrom der Hündin, die an einem Patientenkollektiv gewonnen worden sind. Fragen der Pathogenese und zur Verbesserung der medikamentellen Therapie sollten in Folgeuntersuchungen behandelt werden.

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Giessen : VVB Laufersweiler 2012

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