Untersuchungen zur Zyklus- und Graviditätsdiagnostik beim Großen Ameisenbären (Myrmecophaga tridactyla)

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Schauerte, Nicole

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Ziele dieser Arbeit waren, den bislang unbekannten Zyklusverlauf beimGroßen Ameisenbär mittels genitalzytologischer Untersuchungen exaktfestzulegen und ihn in seinen einzelnen Perioden spezifisch zucharakterisieren sowie die Möglichkeiten der Graviditätsdiagnose zuverbessern, die Geburtszeitbestimmung zu präzisieren und die postpartaleovarielle Funktion zu kontrollieren. Als Probandinnen standen sechs weibliche Große Ameisenbären von denen fünf Tiere einen regelmäßigen Zyklusverlauf zeigten. Der Untersuchungszeitraum erstreckte sich über eineinhalb Jahre. Bei der täglichen Kontrolle der Großen Ameisenbären ließen sich durch Adspektion, Palpation und Entnahme von Zellmaterial aus dem Vestibulum die Veränderungen im Zyklusverlauf registrieren. Im Verlauf der Beobachtungsspanne konnten so insgesamt 31 Östruszyklen und sechs vollständige Graviditätsperioden erfasst werden. Im Überwachungszeitraum kam es zu sieben Geburten und der Eintritt des ersten Östrus post partum wurde unter differenten Konditionen registriert. In einer Voruntersuchung wurden zunächst genitalanatomische Grundlagengeschaffen, um die beim Haushund übliche Untersuchungstechnik für dieGroßen Ameisenbären modifizieren zu können. Mittels vestibulo-vaginaler Abstrichtechnik konnte jederzeit und ohneZwangsmaßnahmen oder Sedation der Tiere Zellmaterial aus dem dorsalenAbschnittes des Überganges von Vestibulum zur Vagina gewonnen werden.Durch Konditionierung der Probandinnen gelang es, sie an die notwendigevestibuläre Manipulation zu gewöhnen, so dass sie die Untersuchungenproblemlos ohne Zwangsmaßnahmen während der Futteraufnahme zuließen.Die schnelle und in jedem Labor durchführbare Eosin-Thiazin-Färbung für die Abstriche hat sich für die Routine-Untersuchung bewährt. Zellformen,Kernstrukturen und das Zytoplasma ließen sich mit dieser Färbung gutdarstellen. Die auf diese Weise ermittelten Zellformen erhielten einebestimmte Zuordnung, erfuhren eine Einteilung nach deren Zellcharakter undderen prozentualer Anteil am Gesamtzellbild wurde festgelegt. Durch dietägliche Abstrichnahme wurden so Veränderungen im Zyklusverlauf genauregistriert. Es erfolgte auf dieser Basis die Bestimmung der einzelnenZyklusphasen und die Ermittlung der Gesamtzykluslänge. Der Zyklus des Großen Ameisenbären ist unter den gegebenenHaltungsbedingungen als asaisonal-polyöstrisch einzustufen.Weiterhin konnte festgelegt werden, dass für den Zyklus des GroßenAmeisenbären eine Diapedeseblutung im Proöstrus charakteristisch ist. Dabei handelt es sich, ähnlich wie bei Caniden, um eine Aufbaublutung. Die koprologische Bestimmung von Östrogen- und Progesteronmetabolitenaus zweimal wöchentlich gesammelten Kotproben dient als flankierende Maßnahme zur Überprüfung der zytologischen Befunde. Die Hormonanalyse bestätigt die Ergebnisse der Vestibularzytologie. Die Kohabitation ist anhand des dichten Spermiennachweises zudeterminieren. Dies dient zugleich für die Berechnung des Geburtstermines.Drei komplette Graviditäten wurden während des Untersuchungszeitraumsvestibularzytologisch und hormonanalytisch untersucht. Der Geburtseintritt war vestibularzytologisch nicht zu determinieren. Als Sonderbefund konnte gelten, dass Spermien in geringen Quantitäten inallen Phasen des Zyklus und auch während der Gravidität gefunden wurden.Die Graviditätsdiagnostik und verlaufskontrolle mittels regelmäßigersonographischer Untersuchungen wurde ebenfalls in dieser Arbeit etabliert.Die sonographische Untersuchungsmethode lieferte wertvolle Referenzdatenfür Große Ameisenbären, die auch zukünftig für die Zucht-Optimierung vongroßem Nutzen sein werden. Die Manipulationen erfolgten am stehenden Tier. Die per Ultraschall ermittelten Daten wurden mit den Ergebnissen pathologisch-anatomischer Untersuchungen tot geborener und den klinischen Befunden der gesund geborenen Neonaten verglichen. Diese Referenzdaten können bei weiteren sonographischen Graviditäts- Verlaufskontrollen praktisch angewendet und verifiziert werden. Es zeigte sich in den Untersuchungen, dass die transabdominale Sonographiefür die praktische Anwendung empfehlenswert ist, da damit eine sichereGraviditätsdiagnostik ab der 12. Graviditätswoche gelingt, wobei bereits ab der 8. Graviditätswoche eine Verdachtsdiagnose gestellt werden kann.Der Eintritt des ersten Östrus post partum konnte vestibularzytologischermittelt werden. Dabei kamen verschiedene Konditionen zum Tragen, so dass unterschieden werden konnte zwischen erfolgreicher und erfolgloser Jungtieraufzucht.

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