Ziel dieser Arbeit war es aus den Daten aller Patientinnen, die im Zeitraum von Januar 2006 bis Dezember 2009 in der Universitäts-Frauenklinik Gießen aufgrund von Endometriose operiert wurden, eine Datenbank zu erstellen und das vorliegende Kollektiv mit der Literatur zu vergleichen. Die medizinische Patientendatenbank Orbis des Universitätsklinikums wurde nach allen Operationen durchsucht, die postoperativ mit der Diagnose Endometriose (N80.0-N80.9) kodiert wurden. Als Informationsquellen dienten sowohl die Patientenakten und Operationsberichte als auch alle verfügbaren Daten des Informationssystems (KAOS). Die Datenbank umfasst Daten aus 355 Operationen an 331 Patientinnen. Es sind im ersten Teil Angaben zur allgemeinen Anamnese (Alter, Vorerkrankungen, Familienanamnese, Voroperationen) enthalten und im zweiten Teil Angaben zu einer endometriosespezifischen Anamnese (Symptomatik, vorbestehende Endometriose, Kinderwunsch). Der letzte Teil beinhaltet die Operationsdaten (Operationsgebiet, Histologieergebnisse, Stadium). Desweiteren besteht die vorliegende Arbeit aus der Auswertung eines Follow-up Fragebogens, der von 48 der in der Datenbank enthaltenen Patientinnen ausgefüllt wurde, die zum Zeitpunkt der Operation Kinderwunsch angaben. Es handelt sich hinsichtlich der Datenbank und deren Auswertung um eine retrospektive Studie.In der deskriptiven Auswertung der Daten zeigt sich eine Vergleichbarkeit der Stichprobe der Gießener Patientinnen zu anderen Studien hinsichtlich der allgemeinen Anamnese wie Alter, Vorerkrankungen etc. aber auch bezüglich spezifischer endometriosetypischer Symptome. Auch die Erhebung nach der Operation durch den Follow-up Fragebogen zeigt eine Besserung der Symptomatik, wie schon in zahlreichen anderen Studien beschrieben und eine vergleichbare Anzahl an Schwangerschaften.In der Auswertung der Daten zeigt sich wiederholt das Fehlen einiger wichtiger Informationen die Anamnese betreffend. Durch diesen Mangel an Informationen motiviert erfolgte mit Erstellung der Datenbank ebenfalls die Erstellung eines standardisierten Anamnesebogens für Endometriosepatientinnen. Der Fragebogen erlaubt eine standardisierte Anamnese, die sowohl dem Arzt als auch dem Wissenschaftler eine solide Basis für weitere Analysen zur Verfügung stellt. Zusätzlich dient er der Optimierung der OP-Planung, der Sicherstellung einer vertrauensvollen Arzt- Patientinnen-Beziehung und verfolgt das Konzept, dass Wartezeit zur Behandlungszeit wird. Die bisherigen Erfahrungen sind für alle Seiten überaus positiv und werden deshalb weitergeführt und optimiert.
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