Ökonomische und arbeitswirtschaftliche Auswirkungen einer Windauflage für gebeiztes Saatgut am Beispiel norddeutscher und hessischer Standorte

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https://doi.org/10.22029/jlupub-21060

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Über die ökologischen, arbeitswirtschaftlichen und ökonomischen Auswirkungen der Einführung der Anwendungsbestimmung NH681 ("Keine Ausbringung des behandelten Saatgutes bei Wind mit Geschwindigkeiten über 5 m/s.") liegen bis dato noch keine wissenschaftlichen Studien vor. Im Rahmen dieser Dissertation werden erstmals arbeitswirtschaftliche und ökonomischen Daten zu den Auswirkungen dieser neueingeführten Windauflage für ausgewählte Anbaukulturen und Stationen gewonnen und darüber hinaus das Risiko einer zeitgerechten Arbeitserledigung der Aussaat betrachtet. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, durch die hier gewonnenen Daten zu den Kostensteigerungen der Aussaat und der Vorteilhaftigkeit von Mechanisierungsalternativen Rückschlüsse auf die durch die Windauflage induzierten Veränderungen anderer Standorte, Gebiete und Anbaukulturen ziehen zu können. Um dies zu erreichen, werden die Windgeschwindigkeiten aller Stationen und insbesondere der drei genauer untersuchten Stationen Gießen, Teterow und Boltenhagen untersucht. Darüber hinaus werden die Feldarbeitstage (FAT) und die FAT nach den Aussaatzeitspannen der Kulturen für alle Stationen mit und ohne Windauflage berechnet. Bei der ökonomischen und arbeitswirtschaftlichen Analyse wird sich auf die drei Stationen Gießen, Teterow und Boltenhagen beschränkt, da diese aufgrund ihrer Eigenschaften wie Klimazone und durchschnittlicher Windgeschwindigkeit gut geeignet sind, Rückschlüsse auf andere Standorte zuzulassen. Durch die Berechnung der Verfahrensumfänge ohne und mit Windauflage sowie die Betrachtung der Resilienz der Anbauverfahren gegenüber der Windauflage durch die Ordnung der Restriktionen und den Abstand zwischen Aussaat- und Verfahrensumfang werden die arbeitswirtschaftlichen Auswirkungen der Windauflage auf die Anbauverfahren und die landwirtschaftlichen Betriebe aufgezeigt. Durch die integrative Betrachtung der Arbeitsgänge innerhalb eines Anbauverfahrens und der Berechnung der möglichen Umfänge anhand eines linearen Programmierungstableaus (Arbeitstableau) wird darüber hinaus eine Methode zur Analyse der arbeitswirtschaftlichen Zusammenhänge entwickelt. Sie könnte zum Beispiel bei der Analyse der Auswirkungen des Klimawandels auf die Arbeitswirtschaft der Zukunft Anwendung finden. Mit der Berechnung des kostenminimalen Maschineneinsatzes ohne und mit Windauflage werden die erwartbaren Kostensteigerungen für die Aussaat der Anbauverfahren kalkuliert sowie der Einfluss der Windauflage auf das Verhältnis zwischen Maschinenanzahl und Ertragsverlusten aufgrund suboptimaler Saatbedingungen ermittelt. Die Risikoanalyse verdeutlicht die Veränderungen des optimalen Risikoverhaltens verschiedener ex-ante festgelegter Mechanisierungsalternativen durch die Windauflage und dient der Bestimmung der optimalen Risikoeinstellung anhand der Aussaatkosten und deren Veränderungen. Wie die Ergebnisse zeigen, entfallen durch die Windauflage in fast allen Stationen FAT zur Aussaat, was zu einem höheren kostenminimalen Maschineneinsatz für 1000 ha und geringeren direkt- und arbeitserledigungskostenfreien Leistungen führt. Die Ergebnisse zeigen zudem große Unterschiede zwischen Stationen, Betriebsgröße, Anbaukulturen und Anbauverfahren, sodass es bei Anpassungen und Abschätzungen durch die Windauflage einer spezifischen Analyse bedarf. Besonders deutlich wird die Diversität der Ergebnisse bei der Risikoanalyse, welche zu teils konträren Ergebnissen führt. Diese Dissertation hat durch die kombinierte Anwendung multipler Methoden einen ersten Beitrag zur Abschätzung der ökonomischen und arbeitswirtschaftlichen Auswirkungen der Windauflage geliefert. Die hier gewonnenen Daten zu den Kostensteigerungen der Aussaat und zur Vorteilhaftigkeit von Mechanisierungsalternativen können verwendet werden, um die durch die Windauflage induzierten Veränderungen auf andere Standorte, Gebiete und Anbaukulturen und deren Deckungsbeiträge detaillierter zu erfassen.

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