Quantitative und qualitative Dosiergenauigkeit von Flüssigfütterungsanlagen für Mastschweine

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Die Flüssigfütterung hat als teil- bis vollautomatisiertes Fütterungsverfahren in derpraktischen Schweinemast neben der Breifütterung und den Trockenfutterautomatenein weite Verbreitung gefunden. Ziel der vorliegenden Dissertation war es, unter Einsatz geeigneter Probenahmeverfahren,die Arbeitsqualität von Flüssigfütterungsanlagen hinsichtlich Mischgüteund Dosiergenauigkeit nährstoffanalytisch zu bewerten. In den einzelnen Untersuchungen wurden verschiedene Flüssigfutterrezepturen eingesetzt,die sich in der Getreidekomponente (Gerste oder Gerste/Weizen) unterschieden.Die Nährstoffanalytik umfasste neben Trockenmasse und Rohasche auchRohprotein und ausgewählte Mineralstoffe (Calcium, Phosphor, Kupfer und Zink). Für die Misch- und Dosierversuche standen am Institut für Landtechnik der Justus-Liebig-Universität zwei Flüssigfütterungsanlagen zur Verfügung, die abwechselnd anein fest installiertes Rohrleitungssystem angeschlossen werden konnten. Die quantitative Dosiergenauigkeit wurde durch Wägung der an ausgewähltenVentilen der Ringleitung ausdosierten Portionen für einen Bereich von 5 bis 60 kggeprüft. Prüfmerkmale für diese quantitative Dosiergenauigkeit der Versuchsanlagenwaren mittlere Sollwertdifferenz, Variationskoeffizient und Dosierfehler. DieseMerkmale variierten deutlich in Abhängigkeit von der Wahl der Versuchsanlage, desRührwerks, der Dosierstufe und der Ventilposition im Verteilsystem. Bei derAusdosierung von 5 kg lagen die Variationskoeffizienten zum Teil über 10%. Beihöheren Dosierstufen (20 kg und mehr) wurden mit Ausnahme systematischer ÜberundUnterdosierungen an speziellen Ventilpositionen Variationskoeffizienten undDosierfehler von unter 5% erreicht. Zur Prüfung der qualitativen Dosiergenauigkeit wurden sowohl im Mischbehälter alsauch von den ausdosierten Portionen Proben gezogen. Für die Probenentnahme ausdem Wiegemischbehälter von Flüssigfütterungsanlagen wurde ein wasserdichterProbenmessstab mit fünf verschließbaren Probenkammern entwickelt und geprüft.Dieser Stab ermöglicht nach Abschalten des Rührwerks eine Entnahme von getrenntenProben über den gesamten Bereich der Futtersäule. Mit seinem Einsatz ließen sichsystematische Abweichungen in der Nährstoffverteilung (Rohnährstoffe, Mineralstoffe)vom Bodenbereich bis zur Oberflächenschicht mit ausreichend hoher Präzisionnachweisen. Für die Entnahme von repräsentativen Proben aus den zugeteilten Flüssigfutterportionenwurden vier Probenahmeverfahren verglichen: 1. Becherhandentnahme (Schöpfmethode) 2. Entnahme mit einem speziell entwickelten kurzen Probenmessstab 3. Radprobenteiler, der Flüssigfutter während der Ausdosierung aus demfließenden Futterstrom auffangen soll 4. Laborprobenteiler, der Flüssigfutter in vergleichbare Teilmengen aufteilensoll Die Handentnahmeverfahren und der kurze Probenmessstab erwiesen sich alsgeeignete Verfahren. Demgegenüber erwiesen sich Radprobenteiler und Laborprobenteilerals ungeeignet für die Probenahme von Flüssigfutter. Um im Anmischbehälter eine ausreichend homogene Verteilung der Nährstoffe, insbesondereder Mineralstoffe, zu erzielen, war es zusätzlich zum laufenden Rührwerkunerlässlich, über eine spezielle Bypassleitung das Flüssigfutter umzupumpen. Kurznach dem Anmischen des Flüssigfutters noch nachweisbare Unterschiede imTrockenmassegehalt von Proben aus Boden- und Oberflächenschichten imMischbehälter gingen nach mehrstündiger Standzeit und erneutem Mischvorgangdeutlich zurück. Untersuchungen der Mischstabilität von Flüssigfutter mitunterschiedlichem Futter-Wasser-Verhältniss von 1:2,8 bis 1:3,2 ergaben, dassinnerhalb von wenigen Minuten nach Unterbrechung des Mischvorganges nicht miterheblichen Entmischungen zu rechnen ist. Die Prüfung der qualitativen Dosiergenauigkeit der Versuchsanlagen zeigte in denverschiedenen Dosierversuchen bei variierter Anlagentechnik und Futterrezeptur fürverschiedene Nährstoffe systematische Konzentrationsverschiebungen entlang derDosierstrecke, vor allem bei Calcium und Zink. Insgesamt lassen die beobachteten Schwankungsbereiche der untersuchten Rohnährstoffeund Mineralstoffe in den ausdosierten Futterportionen aus der Perspektiveder Tierernährung die Schlussfolgerung zu, dass die Versuchsanlagen eine ausreichendhohe qualitative Dosiergenauigkeit aufwiesen, um im Rahmen des physiologischenKompensationsvermögens der Tiere eine leistungsgerechte Nährstoffversorgungsicherzustellen. Systematische Über- oder Unterdosierungen, wie sie in den Versuchenauftraten, erfordern anlagentechnische Korrekturmaßnahmen.

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