Morphologische und funktionelle Charakterisierung eines Mausmodells der Augenkrankheit Retinitis Pigmentosa aufgrund einer Mutation im Rpgr Gen

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Retinitis Pigmentosa (RP) beschreibt eine heterogene Gruppe erblicher Netzhautdystrophien. Dabei wird der Großteil der X-chromosomalen RP (XLRP) Fälle durch Mutationen im terminalen Exon ORF15 des Retinitis Pigmentosa GTPase Regulator (RPGR) Gens verursacht. Ziel dieser Arbeit war die funktionelle und weiterführende morphologische Charakterisierung des Rpgrtm1Sti Mausmodells, dessen Punktmutation mit der eines schwer betroffenen, humanen XLRP-Patienten vergleichbar ist und an der im Mäusegenom äquivalenten Stelle im Exon ORF15 generiert wurde.Die Tiere wurden über einen Zeitraum von 21 Monaten in regelmäßigen Abständen untersucht. Um die Funktionalität der Retina zu beurteilen, wurden Elektroretinogramme (ERG) sowohl unter skotopischen, als auch unter photopischen Bedingungen abgleitet. Die morphologische Analyse erfolgte an Gefrierschnitten der Retina, die immunhistochemisch mithilfe von Antikörpern gegen die einzelnen Opsine, GFAP, sowie Rpgr untersucht wurden. Daneben konnte mithilfe der Funduskopie und angiographie der Augenhintergrund der Tiere in vivo beurteilt werden.Die funktionelle Analyse ergab eine erst mit zwölf Monaten auftretende, deutliche Reduktion der skotopischen a-Wellenamplitude betroffener Tiere, die mit zunehmendem Alter weiter fortschreitet. Die Veränderungen der b-Welle traten dagegen unter skotopischen und photopischen Bedingungen erst mit 15 Monaten auf. Funduskopisch konnten bei betroffenen Tieren depigmentierte, diffus über die Retina verteilte Punkte beobachtet werden, wohingegen heterozygote Tiere zunächst flächige Depigmentierungen zeigten. Immunhistochemisch konnte ab einem Alter von neun Monaten eine Delokalisation von Rhodopsin und S-Opsin festgestellt werden, während der Gehalt an LM-Opsin in älteren Tieren abzunehmen scheint. Daneben wurde eine erhöhte Expression von GFAP in den Müllerzellen nachgewiesen.Die funktionelle Analyse ergab eine als mild einzustufende, progressive, Stäbchen-dominierte Netzhautdegeneration. Morphologisch konnten deutliche Veränderungen in der Lokalisation der Opsine sowie eine reaktive Gliose beobachtet werden. Daneben deutet die Rpgr-Färbung in betroffenen Tieren auf eine überwiegende Expression der Isoform RpgrEx1-19 hin, während in wildtyp Tieren RpgrORF15 die vorherrschende Variante darzustellen scheint. Die Charakterisierung dieses neuen Rpgr-Mausmodells stellt einen ersten Schritt auf dem Weg zur Entwicklung erfolgreicher, gentherapeutischer Behandlungsstrategien dar.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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