Ziel der Untersuchungen war der Vergleich der beiden KCP-Geräte Primus-CPE und RondoFlex hinsichtlich der Fokussierung des Pulverstrahles sowie der Abtragseffizienz im Schmelz und Dentin. Zusätzlich sollte im Hinblick auf die Anwendung der KCP Technik im Praxisalltag die Präparationsdauer einer Kavität mittels KCP mit der konventionellen Präparationstechnik mittels rotierenden Instrumenten verglichen werden.In einem Teilversuch wurden Glasplatten mit schwarzem Lack versehen. Die Düsenspitzen der beiden Geräte wurden senkrecht zur Glasplatte gerichtet und unter konstantem Druck und konstanter Arbeitszeit eine punktförmige Bestrahlung der Oberfläche vorgenommen. Die Auswertung der Proben wurde unter einem Mikroskop vorgenommen.Um den Einfluß der Geräte und auch der Körnung auf die Breite einer im Schmelz präparierten Kavität zu untersuchen, wurden Proben mit planen Schmelzoberflächen hergestellt. In einem Abstand von ca. 1 mm wurden Kavitäten (Furchen) mit je einem Gerät und einer Körnung an der Oberfläche der Schmelzproben präpariert. Diese Proben wurden rasterelektronenmikroskopisch ausgewertet. Bei einer 40fachen Vergrößerung wurden je zwei Teilbereiche der präparierten Oberfläche fotographisch dargestellt und vermessen.Zur Bestimmung der Abtragseffizienz wurden menschliche Zähne in eine bukkale und linguale Hälfte geteilt. Es wurde für den Versuch im Schmelz, sowie anschließend für den Versuch im Dentin eine plane Zahnoberfläche in der entsprechenden Zahnhartsubstanz geschaffen. Die Proben wurden, um den Gewichtsverlust durch den Abtrag genau bestimmen zu können, in einem Trockenschrank getrocknet, und dann das Gewicht bestimmt. In einem Abstand von 1mm wurden die Zahnhälften für 30 sec bestrahlt und der Gewichtsverlust auf einer Analysenwaage bestimmt. Die Abtragsleistung der Geräte wurde in Abhängigkeit der Körnung (50 µm und 25 µm/27 µm) im Schmelz sowie Dentin untersucht. Für das Gerät Primus-CPE wurde zusätzlich die Abtragsleistung in Abhängigkeit des Modus (nass/trocken) und der Körnung untersucht.Zusammenfassend lässt sich darstellen, dass die Kavitätenpulverstrahlgeräte Primus-CPE und RondoFlex bei einem größeren Abstand der Düsenspitze zur zu bearbeitenden Oberfläche eine größere Streuung des Pulverstrahls und damit größere Kavitäten bzw. größere Areale von Substanzabtrag aufwiesen. Ferner zeigten die Untersuchungen, dass die Abtragseffizienz unabhängig vom Gerät bei der Bearbeitung von Zahnhartsubstanz mit feinerem Strahlgut (Aluminiumoxid 25 µm/ 27 µm) höher war, als die Abtragseffizienz mit grobkörnigerem Strahlgut (50 µm) (p < 0,0001). Dieses Ergebnis konnte sowohl im Schmelz als auch im Dentin beobachtet werden. Das Gerät Primus-CPE wies einen signifikant höheren Abtrag von Zahnhartsubstanz auf. Dies ist auf den höheren Arbeitsdruck, durch den die abrasiven Partikel an kinetischer Energie im Vergleich zu dem Gerät RondoFlex gewinnen, zurückzuführen (p<0,0001).Generell war ein höherer Abtrag von Zahnhartsubstanz im Bereich des Zahnschmelzes zu beobachten. Dies war unabhängig von der Körnung 25 µm/27 µm; 50 µm (p<0,0001) sowie unabhängig vom Gerät zu erkennen.Der Modus nass, welcher für das Gerät Primus-CPE von Interesse war, hatte nur im Bereich des Dentins einen Einfluss auf die Abtragseffizienz (p<0,0001). Hier konnte ein höherer Abtrag als im Modus trocken beobachtet werden. Im Bereich des Zahnschmelzes konnte kein Einfluss des Modus nass aufgezeigt werden (p=0,8035).Bei dem Vergleich der Präparationsmethode der Kavitätenpulverstrahlgeräten mit der konventionellen Technik der rotierenden Instrumenten stellte sich heraus, dass eine wesentlich längere Bearbeitungszeit mit den KCP-Geräten notwendig ist, um eine okklusale Kavität zu präparieren als mit den rotierenden Instrumenten. Die Methode von Präparationen mit Kavitätenpulverstrahlgeräten sollte eine Alternative zur konventionellen Technik mit rotierenden Instrumenten darstellen. Wesentliche Nachteile dieses Verfahrens wie deutlich eingegrenzte, von der Zugänglichkeit und Ausdehnung abhängige Indikation, fehlende taktile Kontrolle während der Präparation, lassen diese Technik im klinischen Alltag etwas in den Hintergrund treten. Insbesondere die lange Bearbeitungszeit, die benötigt wird, um größere Kavitäten zu präparieren, lässt dieses Verfahren schlecht in die Behandlung integrieren. Gleichwohl stellt das Verfahren eine Bereicherung des Repertoires zahnärztlicher Behandlungsmöglichkeiten dar. Dies gilt vor allem für die Behandlung von phobischen Patienten oder Kindern, die allein schon durch das typische Geräusch rotierender Instrumente verängstigt werden. Es ist für Zahnarzt und Patient durchaus angenehm, dass in solchen Situationen eine Möglichkeit angeboten werden kann, die diese Ängste vermeiden hilft.
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