Überprüfung der Tyrosinasehemmung von extrahierten Metaboliten des Tryptophanstoffwechsels von Malassezia furfur in vivo an humaner Epidermis mittels der Dopa-Reaktion von Bloch
Es konnte bei Versuchen zur Morphologie und Kultivierungsbedingungen von Malassezia-Hefen gezeigt werden, daß die Spezies Malassezia furfur auf einem Medium aus Agar, einer Lipidquelle und Tryptophan als alleiniger Stickstoffquelle ein braunes in den Agar diffundierendes Pigment bildet. Dieses könnte aufgrund der Eigenfarbe sowie dem Vorweisen einer grünlichen Fluoreszenz verantwortlich für die charakteristische Pigmentierung mit auffallender Farbvarianz und anderen Eigenschaften der Erkrankungsherde bei Pityriasis versicolor sein. Durch Aufbereiten der Kulturen konnte ein bräunliches Rohextrakt isoliert werden, welches durch weitere chromatographische Auftrennung (Säulen- und Dünnschichtchromatographie) eine Vielfalt von Pigmenten mit unterschiedlichsten Eigenschaften zeigte. Hier konnten insbesondere Eigenschaften entdeckt werden, die mit der Pathogenese der Erkrankung in Einklang zu bringen sind, wie z.B. Fluoreszenz, Farbvarianz (Pigmentierung, Depigmentierung) sowie Schutz gegen UV-Strahlung. Für diese Arbeit entscheidend war die Entdeckung von Pigmenten, die in in-vitro-Untersuchungen in der Lage waren, das Enzym Tyrosinase (photometrisch erfaßt) zu hemmen. Diese Hemmung der Melanogenese durch Bestandteile des Pigmentstoffwechsels könnte eine Erklärung für die Depigmentierungen bei Pityriasis versicolor alba bieten. Anlehnend an diese Untersuchungen konnte diese Arbeit zeigen, daß sich diese Hemmung auf semi-in-vivo-Bedingungen übertragen ließ, indem die isolierten Pigmente ebenfalls eine Hemmung der Melanogenese in der Dopa-Reaktion von Bloch aufwiesen.Es konnte also hier eine Hemmung der Tyrosinase durch Metaboliten von M. furfur durch zwei differente Methoden nachgewiesen werden. Zum einen fand sich in vitro eine Hemmung der Enzymreaktion der Tyrosinase, welche photometrisch erfaßt wurde, zum anderen unter gleichen Bedingungen (Konzentration des Hemmstoffes etc.) in vivo eine Hemmung dargestellt durch die Dopa-Reaktion. Die Hemmung zeigte sich durch ein aus den Pilzkulturen hergestelltes Rohextrakt. Durch weitere säulen- und dünnschichtchromatographische Auftrennung konnte die Hemmung weiterhin einer einzelnen Säulenfraktion sowie letztendlich einer einzelnen Dünnschichtbande zugeordnet werden, so daß die Hemmung auf die Substanzen, aus denen sich die Bande zusammensetzt, eingegrenzt werden konnte. In Folgeversuchen konnten aus dieser Bande tryptophanabhängige Indolderivate mit tyrosinaseinhibitorischen Eigenschaften aufgereinigt werden.Bei allen Verbindungen (Rohextrakt, Säulenfraktion, Dünnschichtbande) zeigte sich eine positive Korrelation zwischen Hemmstoffkonzentration und Stärke der Hemmung. Desweiteren zeigte sich nach Zugabe von externer Tyrosinase, daß diese Hemmung teilweise kompetitiv aufgehoben werden konnte. In histologischen Zusatzuntersuchungen konnte gezeigt werden, daß mit Hilfe der Dopa-Reaktion auch Aussagen zur Anzahl angefärbter Melanozyten bzw. Menge des L-Dopa in den Melanozyten bei Probanden verschiedenen Alters bzw. Geschlechts sowie an verschiedenen Lokalisationen des Körpers gemacht werden konnten.
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