Computertomografische cephalometrische Untersuchungen am Pferdekopf - Grundlagen und Bestimmung eines interinzisalen Winkels

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Natürliche oder beigebrachte orthodontische Kräfte können eine übermäßige parodontale Beanspruchung verursachen, was beim Menschen zu Alveolarknochenverlust, -apposition und Wurzelresorption führen kann. Die Equine Odontoclastic Tooth Resorption and Hypercementosis (EOTRH), eine inzisale Parodontopathie beim Pferd, zeigt ähnliche Veränderungen. Es ist bekannt, dass die hypsodonten Schneidezähne des Pferdes kontinuierlichen morphometrischen Veränderungen und parodontalen Umbauprozessen unterliegen und Änderungen der altersabhängigen parodontale Kraftverteilung einem ähnlichen räumlichen Muster folgen wie das Auftreten erster radiologischer Anzeichen bei EOTRH. Der bekannten altersbedingten Veränderlichkeit der interinzisalen Angulation (IIA) wird hierbei eine wichtige pathoätiologische Rolle zugeschrieben. Früheren Studien geben nur einen Winkel generalisiert für alle Zahnpositionen an. Methodische Standards oder metrische Daten fehlen zumeist. Das Ziel dieser Studie ist, einen Überblick über die technischen Grundlagen und den Verwendungsbereich einer standardisierten konventionellen CTUntersuchung des Kopfes mit mehrzeiligen Detektorsystemen am stehend sedierten Pferd, sowie über das radiologische Erscheinungsbild normaler anatomischer oromaxillofazialer Strukturen wie auch Pathologien zu geben und einen validierten CT-basierten cephalometrischen Ansatz zur Bestimmung der alters- und zahnpositionsabhängige IIA klinischer Kronen zu etablieren. Die Übersichtsarbeit vereint Erfahrungswerte und retrospektive Daten ausschließlich von CT Untersuchungen an stehend sedierten Pferden. Für die cephalometrischen Messungen der IIA klinischer Kronen wurden CT-basierte multiplanare Dickschichtrekonstruktionen der einzelnen Schneidezähne von 48 zahngesunden Pferden (2 20 Jahre; 8.8 ± 4.6 Jahre), unter Berücksichtigung eines globalen Referenzrahmens, herangezogen. Die IIA wurde als Winkel zwischen den jeweiligen Labialachsen der klinischen Kronen gegenüberliegender Schneidezähne definiert. Die Labialachsenrekonstruktionen folgten einem standardisierten Protokoll, das auf bestimmten dentoalveolären Orientierungspunkten beruht. Neben einer Wiederholbarkeitsanalyse der Messungen wurde die neu etablierte Methode (Labialachsen) mit einer cephalometrisch implementierten Referenzmethode, die die Lingual-/ Palatalflächen der klinischen Kronen der 03er, ursprünglich anhand lateraler Profilfotografien, berücksichtigt, verglichen. Zur Bestimmung des altersabhängigen Winkelverlaufes und der zahnpositionsabhängigen Unterschiede wurden die permanenten Schneidezähne herangezogen.Es wurde gezeigt, dass die CT des Kopfes am stehend sedierten Pferd eine gut geeignete Methode für standardisierte cephalometrische Messungen darstellt. Das technische Setup und die Möglichkeit zur standardisierten Positionierung des Kopfes implementiert die Anwendbarkeit von CT-Studien für cephalometrische Applikationen auch unter gewohnten Klinikbedingungen. In dieser Studie konnte so erstmals die Angulation der klinischen Kronen gegenüberliegender Schneidezähne methodisch standardisiert und getrennt für alle Zahnpositionen ermittelt werden. Die Wiederholbarkeit der Winkelmessungen lag unter Verwendung einer auf definierten Orientierungspunkten basierende Rekonstruktion der Labialachsen klinischer Kronen, global für alle Schneidezahnpositionen, auf einem sehr hohen Niveau (mittlerer Variationskoeffizient = 0.65%; mittlere SD ± 0.89°). Im Vergleich zur IIA rekonstruierter Labialachsen der 03er zeigte sich die Streuung der einzelnen Wiederholungsmessungen für die Referenzmethode im Mittel doppelt so hoch, P = 0.017. Die beobachtete altersabhängige Winkelabnahme folgt einem nichtlinearen Verlauf, wobei jüngere Pferde die stärkste Winkelabnahme aufweisen und die Steigung der Kurve mit zunehmendem Alter abflacht. Dies weist darauf hin, dass sich die Winkelabnahme einem Endwert annähern dürfte (mittlerer Variationskoeffizient der Approximationen = 4.8%). Die 03er weisen global betrachtet die stärkste Abnahme auf, P < 0.0001. Die beobachteten altersund zahnpositionsabhängige Winkelunterschiede spiegeln sich im Auftreten erster Anzeichen und im Progressivitätsmuster der EOTRH wider. Der biomechanische Einfluss der Winkelalterationen sollte demnach bei ätiopathologischen Überlegungen zur EOTRH berücksichtig werden. Cephalometrische Anwendungen auf Basis computertomografischer Daten dürften in der Pferdezahnheilkunde in Zukunft für Messungen interdentaler oder dentofazialer Winkel sowie für die Messung von Malokklusionen eine zunehmend wichtigere Rolle spielen und gleichsam zum besseren Verständnis der Ätiologien dentaler und maxillofazialer Pathologien beitragen.

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