Literaturstudie über die Infektionsquellen und Übertragungswege von Coxiella burnetii unter besonderer Berücksichtigung der Kriterien der "evidenzbasierten Medizin"
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Zusammenfassung
Mit der vorliegenden Studie sollte die aktuell verfügbare Literatur im Zeitraum von 1936 bis 2010 zu den Infektionsquellen des Q-Fieber-Erregers (Coxiella burnetii) sowie die Übertragung vom Tier auf den Menschen und von Mensch zu Mensch zusammengestellt und hinsichtlich ihrer Qualität und Aussagefähigkeit geprüft werden. Zu diesem Zweck wurde zunächst eine strukturierte Literaturrecherche unter Verwendung verschiedener Datenbanken und Suchmaschinen (Pubmed, Web of Science, Ovid/Cab Abstracts) durchgeführt. Diese wurde ergänzt durch eine Handsuche, die die wichtigsten medizinischen und veterinärmedizinischen Fachzeitschriften im vorgenannten Zeitraum berücksichtigte. Durch die Literatursuche konnte gezeigt werden, dass neben einer systematischen Suche in Datenbanken eine Handsuche anhand der Literaturanhänge erfolgen muss. Die Suche über Pubmed mit Hilfe des Thesaurus MeSH stellte sich als die Effektivste dar. Zur kritischen Bewertung ( Critical appraisal ) wurden die identifizierten und relevanten Publikationen anhand der durch die Evidence-based Medicine zu diesem Zweck aufgestellten Hierarchie von Kriterien, die sich an der Aussagekraft wissenschaftlicher Erkenntnismethoden orientieren, beurteilt. Weiterhin wurde für die kritische Bewertung dieser Publikationen unter Zuhilfenahme literaturbekannter Beurteilungskriterien ein additives Bewertungsschema erstellt und angewandt. 21 zufällig ausgewählte Publikationen wurden zudem durch zwei weitere Gutachter bewertet. Es konnten insgesamt 73 Publikationen ermittelt werden, die eine Übertragung von C. burnetii vom Tier auf den Menschen oder eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung beschreiben. In diesen Studien erfolgte der Nachweis einer Infektion entweder durch einen Antikörper und/oder Erreger(genom-)/Antigennachweis. Die meisten Publikationen (18) wurden in den letzten zehn Jahren veröffentlicht. Es handelte sich bei den identifizierten Publikationen um 29 Fallserien, zwei Fallberichte, 21 Kohortenstudien und 21 Fall-Kontroll-Studien. Bezüglich der Infektionsquellen konnten 25 Publikationen ermittelt werden, die eine Übertragung von C. burnetii vom Schaf auf den Menschen (4 Fallserien, 1 Fallbericht, 8 Fall- Kontroll-Studien und 12 Kohortenstudien) beschrieben. 14 weitere Studien befassten sich mit der Infektionsquelle Rind (5 Fallserien, 1 Fallbericht, 4 Fall-Kontroll-Studien, 112 3 Kohortenstudien). Ziegen wurden in weiteren acht Publikationen als Infektionsquelle für den Menschen beschrieben (2 Fallserien, 4 Fall-Kontroll-Studien, 2 Kohortenstudien). Auch kleine Haustiere, wie Hund und Katze (5 Fallserien, 2 Fall- Kontroll-Studien, 1 Kohortenstudie) wurden in einigen wenigen Publikationen (n=8) berücksichtigt. Ebenfalls Gegenstand der Beschreibung als Infektionsquelle waren in fünf Publikationen Nager, Hasen, Damwild, Pferde und Tauben (2 Fallserien, 2 Fall- Kontroll-Studien, 1 Kohortenstudie). 13 Studien und Berichte betrafen auch die Mensch-zu-Mensch-Übertragung (8 Fallserien) und die Übertragung im Labor (3 Fallserien, 2 Kohortenstudien). Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass in Bezug auf die Fragestellung der vorliegenden Studie unter Verwendung der beschriebenen Kriterien qualitativ hochwertige Studien mit klarer Aussagekraft nicht identifiziert werden konnten. Lediglich diejenigen Studien, die die Übertragung von C. burnetii von Hund und Katze auf den Menschen beschreiben, sind qualitativ höherwertig als die Anderen und haben dadurch eine vergleichsweise höhere Aussagekraft. Darunter befindet sich die einzige Studie, bei der ein Sequenzvergleich der C. burnetii-Stämme erfolgte. Bei der Bewertung waren vor allem fehlende Angaben zu der untersuchten Studienpopulation und methodische Mängel festzustellen, die zu dieser Beurteilung führten. Die Beurteilung einzelner Kriterien war teilweise subjektiv. Die zusätzliche Bewertung von 21 Publikationen durch zwei weitere Gutachter ergab, dass es zwar unterschiedliche Bewertungen einzelner Beurteilungskriterien gab, die Gesamtbewertung jedoch nur wenig oder gar nicht differierte. Die Anwendung des erarbeiteten Bewertungsschemas führt zu einer intensiveren Auseinandersetzung des Lesers mit dem Inhalt der Veröffentlichung und ermöglicht das Erkennen von Schwachstellen.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
