Die pulmonale Hypertension stellt eine seltene, aber schwere, sehr stark einschränkende und lebensbedrohliche Erkrankung dar. Sie ist charakterisiert durch Vasokonstriktion, Umbauprozesse in den Pulmonalarterien und durch eine daraus folgende Erhöhung des pulmonalarteriellen Druckes. Serotonin (5-Hydroxytryptamin, 5-HT) spielt vor allem in der frühen Phase der Krankheitsentwicklung eine große Rolle, aber die pharmakologische Steuerung befindet sich momentan noch im präklinischen Bereich.Tergurid ist ein 5-HT-Rezeptorantagonist, der bereits anderweitig klinisch erprobt ist und von den Patienten gut angenommen wird.In der vorliegenden Arbeit wurde in vivo der Einfluss von Tergurid auf das Krankheitsgeschehen der pulmonalarteriellen Hypertonie der Ratte sowohl im präventiven, als auch im kurativen Ansatz untersucht.Tergurid ist in der Lage, konzentrationsabhängig die Entwicklung und das Fortschreiten der PAH im experimentellen Monocrotalinmodell der Ratte zu verhindern.Eine Therapie von Woche 0 bis 4 mit einer Terguriddosis von 0,4 und 1,2 mg/kg Körpergewicht zweimal täglich gegeben lindert alle monocrotalininduzierten Veränderungen in der Hämodynamik und der Rechtsherzhypertrophie. Eine ganzheitliche Normalisierung aller Werte, inklusiver der Rechtsherzgröße wird erreicht durch eine in diesem Zeitraum verabreichte zweimal tägliche Dosis von 1,2 mg/kg. Zudem erreicht man durch die gleiche Dosis, eingesetzt zu einem späteren therapeutischen Zeitpunkt von Woche 2 bis 4, eine signifikante Verbesserung der Hämodynamik, der Rechtsherzhypertrophie und des vaskulären Remodeling.Weiterhin wird die Überexpression von 5-HT-Rezeptoren in den Lungen der Monocrotalin-behandelten Raten gezeigt.Die Arbeit stellt folglich ein bereits klinisch zugelassenes Medikament vor, das durch seine vasorelaxierende und stark antiproliferative Wirkung einen neuen therapeutischen Ansatz in der Behandlung der pulmonalen Hypertonie präsentiert.
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