Molekularbiologischer Nachweis mutmaßlicher Virulenzfaktoren bei Staphylococcus aureus-Kulturen, isoliert von Rindermastitiden

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In den vorliegenden Untersuchungen wurden insgesamt 325 präsumtiv identifizierte bovine S. aureus-Kulturen aus Viertelgemelksproben der Routinediagnostik des LHL, Gießen verwendet. Die Isolate stammten aus unterschiedlichen Regionen in Hessen aus Betrieben mit zum Teil hochgradigen Eutergesundheitsstörungen. 310 Stämme zeigten phänotypisch eine Hämolyse, 15 waren anhämolysierend. Unter Verwendung verschiedener Genotypisierungsverfahren (Makrorestriktionsanalyse, coa-/spa-Gen-Polymorphismus) erfolgte unter den hämolysierenden Stämmen eine Auswahl von 61 genetisch differenten S. aureus-Isolaten für die weitergehenden Untersuchungen. Ergänzt wurden diese durch die 15 anhämolysierenden S. aureus-Kulturen.Traten genotypisch identische S. aureus-Feldisolate in einem Betrieb mehrfach (& #8804; 6 Kulturen) bei verschiedenen Kühen auf, wurde das betreffende Isolat als epidemisch gewertet. Nur vereinzelt auftretende Genotypen galten als sporadisch . Alle 76 ausgewählten Feldstämme wurden nach eingehender kultureller, biochemischer und molekularbiologischer Speziesidentifizierung hinsichtlich mutmaßlicher Virulenzfaktorgene, wie z.B. Anheftungsfaktor-, Mikrokapsel-, Hämolysin- und weiterer Toxingene untersucht. Zur Beurteilung des krankmachenden Potentials erfolgte eine Zuordnung der Zellzahl der Ursprungsviertelgemelksprobe zu Eigenschaften von jedem dieser ausgewählten S. aureus-Feldisolate (Viertel-Zellzahl), ebenso wie eine Zuordnung der durchschnittlichen Zellzahl der Viertelgemelksproben der untersuchten Viertel eines Betriebes, die positiv für die genotypisch identischen S. aureus-Isolate waren (Betriebs-Zellzahl). Die anschließend durchgeführte explorativ-statistische Auswertung ergab signifikante Zusammenhänge zwischen dem epidemiologischen Verhalten und dem Auftreten der im egc-Gencluster zusammengefassten Enterotoxingene seg, sei, sem, sen und seo. Ebenso war das phänotypische Hämolyseverhalten statistisch signifikant mit dem Auftreten des egc-Genclusters verbunden. Bezüglich der genetischen Marker coa- und spa-Gen war die Repeat-Anzahl ebenfalls statistisch signifikant mit dem Auftreten des egc-Genclusters korreliert. Und schließlich ergab sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Zellzahl der Ursprungsviertelgemelksprobe und dem egc-Gencluster. Zusätzlich erwies sich der Zusammenhang zwischen Zellzahl und der Anzahl der spa-Gen-Repeats als statistisch signifikant. Das Auftreten des sbi-Gens innerhalb der Gruppe der sporadischen S. aureus-Kulturen erwies sich als hochsignifikant. Weitere Signifikanzen ergaben sich bei den sporadische S. aureus gegenüber der Summe der Enterotoxin-, der Anheftungsfaktorgene und der Anzahl der spa-Repeats. Die Summe aller Virulenzfaktoren erwies sich ebenfalls als statistisch hochsignifikant. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das egc-Gencluster und die Anzahl der spa-Gen-Repeats in der Pathogenese der durch S. aureus hervorgerufenen Mastitis offensichtlich eine Rolle spielen. Dabei scheint allgemein den phänotypisch beta-hämolysierenden Stämmen eine größere Bedeutung zuzukommen, da die betreffenden Feldstämme ein statistisch signifikant höheres Virulenzpotential aufwiesen. Auch die Anzahl an spa-Gen-Repeats könnte als genetischer Marker eingesetzt werden, da diese mit dem Auftreten verschiedener Virulenzgene positiv assoziiert sind.Die in dieser Arbeit vorgestellten Untersuchungen und Verfahren könnten die Auswahl des für das Eutergesundheitsproblem des Betriebes entscheidenden S. aureus-Stammes erleichtern und die Herstellung einer stallspezifischen Vakzine unterstützen.

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Erstpublikation in

Giessen : VVB Laufersweiler 2007

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