In dieser Dissertation wurde bei zwei primären Dystonien, der Dopa-responsiven Dystonie/DYT 5 und der Paroxysmalen kinesiogenen Choreoathetose/DYT 10, jeweils ein Kandidatengen bei Patienten mit entsprechender Symptomatik auf eventuelle Veränderungen der genomischen Sequenz hin untersucht. Als Screeningverfahren diente hierbei SSCP, der, im Fall einer Auffälligkeit, DNA-Sequenzierung angeschlossen wurde. In einem Fall wurde weiterhin die jeweilige cDNA mittels RT-PCR untersucht.Bei 100 Patienten, die das klinischen Erscheinungsbild einer Dopa-responsiven Dystonie aufwiesen, bei denen sich zuvor keine Mutation im hauptsächlich als krankheitsverursachend angesehenen GCH1-Gen gefunden hatte, wurde das Sepiapterin-Reduktase-Gen analysiert. Dessen Genprodukt ist, ebenso wie das von GCH1, am Stoffwechsel von BH4 beteiligt, welches u.a. bei der Biosynthese von Neurotransmittern, u.a. auch L-Dopa, als Co-Faktor dient.Bei einer vierköpfigen von PKC betroffenen französisch-deutschen Familie wurde das RKST1-Gen untersucht, welches sich innerhalb eines zuvor bei derselben Familie kartierten Krankheitslokus im perizentromeren Bereich von Chromosom 16 befindet. Das RKST1-Gen codiert für einen Natrium-Glucose-Cotransporter, welcher als Ionenkanal ein geeignetes Kandidatengen einer paroxysmalen neurologischen Erkrankung darstellt.Bei zwei DRD-Patienten konnte dabei jeweils ein heterozygoter Basenaustausch im SPR-Gen, einer davon im Intron 1, der andere im 5 -UTR-Bereich, entdeckt werden. 138 Kontrollpersonen wiesen keinen der beiden zum jeweiligen Basenaustausch zugehörigen SSCP-band-shifts auf.Die Untersuchung der cDNA des Patienten, bei welchem die intronische Mutation entdeckt wurde, lieferte aufgrund methodischer Schwächen leider keine verwertbaren Ergebnisse.Bei weiterführenden Untersuchungen der Patientin mit einem Basenaustausch im 5 -UTR-Bereich außerhalb der vorliegenden Doktorarbeit fiel eine auf etwa die Hälfte reduzierte Sepiapterin-Reduktase-Enzymaktivität auf, welcher eine Haploinsuffizienz des zugehörigen Gens zugrunde liegen könnte.
Bislang waren nur homo- bzw. kombiniert heterozygote Mutationen als Ursache von DRD-ähnlicher Symptomatik beschrieben worden.Das Mutationsscreening im RKST1-Gen der Familie, in welcher PKC auftrat, blieb dagegen erfolglos. Mindestens ein Screening außerhalb dieser Dissertation bei PKC-Patienten im gleichen Gen lieferte ebenfalls keinerlei auffälligen Ergebnisse. Auch ansonsten gelang ein eindeutiger Nachweis einer pathogenen DNA-Sequenzänderung, welche PKC verursacht, bislang nicht.
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