Untersuchungen zur Prävalenz und Ausprägung der "Molar-Incisor-Hypomineralisation"

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Ziel der Studie war es, die Prävalenz fehlstrukturierter Sechsjahrmolaren und bleibender Schneidezähne unbekannter Genese (Molar-Incisor-Hypomineralisation, MIH) zu bestimmen. Dazu wurden im Rahmen der öffentlichen Jugendzahnpflege des Lahn-Dill-Kreises insgesamt 1022 sechs bis zwölfjährige Schüler untersucht. Die Symptome der MIH wurden zahn- und zahnflächenbezogen erfasst sowie den drei Schweregraden nach Wetzel und Reckel zugeordnet. Außerdem erfolgte die Bestimmung der kariesbezogenen DMF-T /dmf-t-Werte im Wechselgebiss. Die DMF-T/dmf-t-Gesamtwerte lagen für A I (6-8 Jahre) bei 3,04, für A II (8-10 Jahre) bei 3,22 und für A III (10-12 Jahre) bei 2,79. Die Anteile naturgesunder Gebisse nahmen mit zunehmendem Lebensalter von 30,1 (A I) über 25,5 (A II) auf 23,2% (A III) ab. 5,9% der Kinder zeigten Fehlstrukturierungen an mindestens einem, im Mittel an 2,24 Sechsjahrmolaren. Insgesamt waren 3,4% (n=133) aller ersten bleibenden Molaren betroffen, jedoch häufiger im Ober- (4,0%) als im Unterkiefer (2,8%). Zwischen linker und rechter Kieferhälfte bestand kein signifikanter Unterschied. 57,9% der Kinder mit fehlgebildeten ersten Molaren wiesen auch Veränderungen an bleibenden Inzisivi auf. Dabei waren die mittleren und oberen Schneidezähne häufiger betroffen als die seitlichen und unteren. Von allen beurteilbaren, betroffenen Molaren wur-den 67,2% dem ersten, 25,4% dem zweiten und 7,4% dem dritten Schweregrad zugeordnet. Die flächenbezogene Untersuchung der symptombehafteten Zähne ergab, dass die Okklusalfläche der Sechsjahrmolaren und die Labialfläche der Inzisivi am stärksten erfasst waren. Von den Zahnseitenflächen waren die vestibulären am schwersten betroffen. Außerdem nahmen die Schwere und Häufigkeit der Fehlstrukturierungen von okklusal/inzisal nach gingival ab. Kinder mit MIH hatten mit 0,79 einen signifikant höheren DMF-T-Wert (p=0,009) des bleibenden Gebisses als Kinder ohne MIH mit 0,51. Keine signifikanten Unterschiede ergaben sich jedoch in der Prävalenz von MIH zwischen den Geschlechtern und beim Vergleich von ländlicher und städtischer Herkunft. Aus den Ergebnissen lässt sich folgern, dass Kinder mit MIH schon bald nach Zahndurchbruch eines erhöhten Therapieaufwandes bedürfen. Die daraus resultierenden Kosten und die zum Teil grenzwertige Behandlungsbelastung bestätigen das Erfordernis weiterer Forschung zur Überwindung dieser in ihren Ursachen noch weitgehend unbekannten neuen Erkrankung.

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