Motilität und enterales Nervensystem des normalen Ösophagus von Ratten und Hunden sowie von Hunden mit idiopathischem Megaösophagus

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Zur Überprüfung von Motilität und enteralem Nervensystem (ENS) des Ösophagus wurden Vollschichtpräparate der Speiseröhre von 12 Ratten, 15 Hunden einer Kontrollgruppe und 5 Hunden mit idiopathischem Megaösophagus isometrischen Kontraktionsmessungen unterzogen. Im Rahmen einer orientierenden Studie kamen an 64 Vollschichtpräparaten aus unterschiedlichen Ösophagusabschnitten (Lokalisation 1-4) elektrische Feldstimulation (EFS), das Acetylcholinanalogon Carbachol und der Stickstoffdonor Natriumnitroprussid zum Einsatz. In einer weiteren Studie zur Wirkungsweise von Stickoxid wurde an 44 Präparaten aus 4 Ösophaguslokalisationen der Effekt einer Hemmung der endogenen Stickoxidsynthese mittels L-Nitroarginin und die Wirkung von Natriumnitroprussid nach Vorbehandlung der Proben mit Tetrodotoxin überprüft.Zur besseren Interpretierbarkeit der Ergebnisse erfolgte bei 3 Ratten, 2 Hunden der Kontrollgruppe und einem Hund der Megaösophagusgruppe eine histologische Untersuchung von Vollschichtpräparaten aus verschiedenen Ösophaguslokalisationen. Dabei zeigte sich, dass bei Ratten und Hunden bereits im thorakalen Ösophagus glatte Muskelzellen vorkommen. Ratten zeigten in der Lokalisation 2 einen Anteil glatter Muskulatur von 2%, in der Lokalisation 3 von 23% und in der Lokalisation 4 von 88%. Hunde hatten in der Lokalisation 3 einen Anteil glatter Muskelzellen von 1 % und in der Lokalisation 4 von 50 %. Nach Literaturangaben wurde glatte Muskulatur bei der Ratte nur im abdominalen Ösophagus, beim Hund bis zu 12 cm proximal des unteren Ösophagussphinkters gefunden. Es besteht jedoch eine hohe individuelle Varianz im Anteil an glatten Muskelzellen.Isometrische Kontraktionsmessungen der Ösophaguspräparate zeigten, dass EFS bei beiden Spezies tonische Kontraktionen der längsverlaufenden Muskulatur auslöst. Allerdings war dies bei den nur beim Hund untersuchten querverlaufenden Proben nicht der Fall. Dies deutet auf eine überwiegend exzitatorische Innervation der Längsmuskulatur durch das ENS hin, wohingegen die Quermuskulatur entweder gar keine oder gleichermaßen exzitatorische und inhibitorische Innervation erfährt. Carbachol bewirkte eine konzentrationsabhängige tonische Kontraktion, Stickoxid eine konzentrationsabhängige tonische Relaxation, wobei der Effekt von Stickoxid auf die quergestreifte Muskulatur anscheinend ausschließlich über das ENS vermittelt wird.Die Motilität verschiedener Ösophagusabschnitte von Ratte und Hund unterschied sich trotz vergleichbarem histologischen Aufbau der Tunica muscularis. Bei der Ratte blieben die Reaktionen (DF) auf EFS von proximal nach distal gleich (Mittelwert von DF in Lokalisation 1 = 0,03 g, Lokalisation 4 = 0,05 g), die Reaktionen auf Carbachol nahmen tendenziell ab (Mittelwert von DF in Lokalisation 1 = 1,09 g, Lokalisation 4 = 0,14 g), ebenso die Reaktionen auf Stickoxid (Mittelwert von DF auf Stickoxid in Lokalisation 1 = 0,32 g, Lokalisation 4 = 0,04 g). Beim Hund hingegen bestand die Tendenz zu kleineren Reaktionen der proximalen Abschnitte sowohl bei EFS (Mittelwert von DF in Lokalisation 1 = 0,05 g, Lokalisation 4 = 0,24 g), als auch Carbachol (Mittelwert von DF in Lokalisation 1 = 0,13 g, Lokalisation 4 = 0,77 g) und Stickoxid (Mittelwert von DF in Lokalisation 1 = 0 g, Lokalisation 4 = 0,32 g). Diese Speziesunterschiede müssen in den intrinsischen Regelkreisen begründet sein. Beim Hund hatte endogenes Stickoxid im Gegensatz zur Ratte in Einzelfällen Einfluss auf den Ruhetonus des Ösophagus. Beim idiopathischen Megaösophagus des Hundes war die Kontraktionsfähigkeit der Muskulatur nicht beeinträchtigt. Die Reizung mittels elektrischer Feldstimulation ergab jedoch Hinweise auf eine Funktionsstörung des enteralen Nervensystems. Im Gegensatz zur Kontrollgruppe waren bei den erkrankten Hunden keine tonischen Kontraktionsreaktionen zu beobachten. Die Vermittlung der Stickoxid-induzierten Relaxation durch das ENS ist jedoch nicht gestört. Es scheint demnach ein Ungleichgewicht von inhibitorischen und exzitatorischen Anteilen zu bestehen. Da Stickoxid beim Hund Einfluss auf den Ruhetonus des Ösophagus hat, könnte eine Überaktivität der inhibitorischen Elemente die vermehrte Dehnbarkeit der Speiseröhre beim idiopathischen Megaösophagus bedingen. Denkbar wäre ferner, dass abnorme Aktivität inhibitorischer Neurone die vagusvermittelte Kontraktion behindert. Diese Annahmen müssten in Folgestudien untersucht werden.

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Giessen : VVB Laufersweiler 2009

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