Die überaktive Blase - Systemische Arteriosklerose als pathogenetischer Faktor? : funktionelle und CT-morphologische Veränderungen der Harnblase bei ApoE-/--LDLR-/--Doppel-Knockout-Mäusen

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Bis heute ist die genaue Pathogenese des Krankheitsbildes der überaktiven Blase nicht gänzlich geklärt. Ein Zusammenhang zwischen systemischer Arteriosklerose und überaktiver Blase bzw. Detrusorhyperaktivität liegt nahe, da die Prävalenz beider Erkrankungen im Alter signifikant zunimmt. Zudem wird Arteriosklerose auch für Funktionseinbußen vieler anderer Organe verantwortlich gemacht. Als erste Arbeitsgruppe konnten wir diesen Zusammenhang anhand eines neuen Tiermodells belegen. Die ApoE-/--LDLR-/--Doppel-Knockout-Maus bildet arteriosklerotische Läsionen aus, ähnlich derer beim Menschen, jedoch ohne Manifestation in zerebralen Gefäßen. Wir untersuchten Veränderungen der Blasenfunktion als auch morphologische Unterschiede, mit Fokus auf die Vaskularisation der Harnblasenwand. Dazu dienten uns 60 Wochen alte, weibliche ApoE-/--LDLR-/--Doppel-Knockout-Mäuse sowie gleichaltrige, weibliche C57Bl6/N Mäuse. Cystomanometrische Untersuchungen wurden nach operativer Kathetereinlage in den Dom der Blase am wachen, frei beweglichen Tier durchgeführt. Im Anschluss wurde das Gefäßbett der Tiere mit einem intravasal aushärtenden Kontrastmittel gefüllt. Nach Präparation und Entnahme der Blase erfolgte deren Untersuchung im Nano-CT. Wir konnten feststellen, dass Harnblasen der ApoE-/--LDLR-/--Doppel-Knockout-Mäuse im Vergleich zu nativen Kontrolltieren eindeutige Zeichen einer Detrusorhyperaktivität aufweisen. Dies präsentierte sich in einer signifikanten Reduktion des Miktionsintervalls, des Peak-Peak-Intervalls, des Miktionsvolumens und der funktionalen Blasenkapazität. Der maximale Blasendruck konnte indessen erhöht gemessen werden. Scan und Datenanalyse der computertomographischen Bilder belegen, dass Untersuchungen von Hohlorganen im Nano-CT realisierbar sind. Die Ergebnisse der ApoE-/--LDLR-/--Doppel-Knockout-Mäuse zeigen eine signifikante Abnahme des Gefäßvolumens, der vascular volume fraction als auch des Wandvolumens und der Blasenwanddicke, was auf degenerative Prozesse als Folge der arteriosklerotischen Zustände hinweist. Mittels unseres neu etablierten in-vivo Mausmodells konnte so erstmals der Zusammenhang zwischen systemischer Arteriosklerose und non-neurogener Detrusorhyperaktivität gezeigt werden. Grund dafür scheint u. a. die reduzierte Vaskularisation der Blasenwand zu sein. Um jedoch noch präzisere Aussagen über die Gefäß- und Gewebeveränderungen machen zu können, müssten weitere histologische sowie immunhistochemische Untersuchungen folgen.

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