Epidemiologischer Gebißstatus bei Zahnmedizinstudenten unter besonderer Berücksichtigung kieferorthopädischer Aspekte

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Untersucht wurden 121 Zahnmedizinstudenten (67 Männer, 54 Frauen) zu Beginn ihres Studiums. Verglichen wurden 51 Probanden, dienie kieferorthopädisch therapiert worden waren mit 70 Probanden, die früher kieferorthopädisch behandelt worden waren. Es wurdeweiterhin unterschieden, ob die Behandlung durch einen Fachzahnarzt für Kieferorthopädie (48 Probanden) oder durch einen allgemeintätigen Zahnarzt (22 Probanden) durchgeführt worden war. In der hier vorliegenden Studie sollte neben der Fragestellung nach dem Status der Zahngesundheit und dem kieferorthopädischen Statusim Allgemeinen untersucht werden, ob eine kieferorthopädische Behandlung einen Einfluß auf die Zahngesundheit hat und ob sichbezüglich des Langzeiterfolges einer kieferorthopädischen Behandlung Unterschiede in Abhängigkeit vom Ausbildungsgrad desBehandlers (Fachzahnarzt für Kieferorthopädie oder allgemein tätiger Zahnarzt) ergeben. Die Zahngesundheit wurde durch Ermittlung des DMF(T)- bzw. DM(T)- Index beurteilt. Situationsmodelle ermöglichten die Erfassung deskieferorthopädischen Status. Zur Bewertung des kieferorthopädischen Behandlungsbedarfes wurde sich der DHC (Dental HealthComponent) des IOTN (Index of Orthodontic Treatment Need) bedient. Die Untersuchung ergab folgende Resultate: 1.Im Gesamtprobandengut zeigte sich ein durchschnittlicher DMF(T)-Wert von 8,0 und ein durchschnittlicher DM(T)-Wert von 1,7. Geschlechtsspezifisch waren keine signifikanten Unterschiede zu verzeichnen. Eine bereits früher durchgeführte kieferorthopädische Therapie konnte beide Werte signifikant beeinflussen. So zeigte die kieferorthopädisch unbehandelte Gruppe einen DMF(T)-Mittelwert von 9,6 im Vergleich zu der kieferorthopädisch behandelten Gruppe mit einem DMF(T)-Mittelwert von 6,9 (p=0,022). Bei Betrachtung des DM(T)-Wertes wies die kieferorthopädisch unbehandelte Gruppe einen Mittelwert von 2,2 und die kieferorthopädisch behandelte Gruppe eine Mittelwert von lediglich 1,4 auf (p=0,012). 2.Die Prävalenz von Zahnstellungs- und Okklusionsanomalien war geschlechtsunabhängig hoch. Eine sagittale Okklusionsabweichung im Seitenzahngebiet fand sich bei 36,4% und eine vertikale bei 12,4%. Bei 53,7% der Probanden zeigte sich eine sagittale und bei 55,4% eine vertikale Okklusionsabweichung im Frontzahnbereich. Transversale Okklusionsabweichungen fanden sich im Seitenzahnbereich bei 20,7%, und im Frontzahnbereich bei 47,9%. Engstände konnten bei 38,8% evaluiert werden, Lücken bei 19,0%. Einzelzahnfehlstellung war mit 98,3% am häufigsten vertreten. 3.Der Langzeiterfolg einer kieferorthopädischen Behandlung im Sinne reduzierter Häufigkeiten von Zahnstellungs- und Okklusionsanomalien ist größer, wenn die Behandlung durch einen Fachzahnarzt für Kieferorthopädie anstatt eines Hauszahnarztes durchgeführt wurde. Am deutlichsten (p=0,04) war dies für die Angle- Klassifikation. Bei einer Behandlung durch den Fachzahnarzt für Kieferorthopädie war lediglich bei 19 % der Probanden ein auffälliger Befund erhebbar (Klasse II 16,7 %, Klasse III 2,3 %), wohingegen in der Probandengruppe, die durch den Hauszahnarzt behandelt wurde, immerhin noch 68 % Anomalien der Kieferrelation zeigten (Klasse II 45,3 %, Klasse III 22,7 %). Entsprechende Ergebnisse zeigten sich bei der Ermittlung von Engständen. Über die Hälfte der vom Hauszahnarzt behandelten Probanden wiesen Engstände auf, während dies in der Gruppe der vom Fachzahnarzt für Kieferorthopädie therapierten Personen nur in 25 % der Fall war (p=0,02). Für die übrigen Anomalien der Zahnstellung ließen sich keine signifikanten Unterschiede nachweisen, jedoch zeigte der Trend regelmäßig eine höhere Erfolgsrate durch den Kieferorthopäden. 4.Auch der Grad des kieferorthopädischen Residual-Behandlungsbedarfes ist abhängig vom Ausbildungsgrad des Behandlers. Einen moderaten bis sehr großen Behandlungsbedarf (IOTN Grad III-V) zeigten 59 % der hauszahnärztlich im Vergleich zu 29 % der fachzahnärztlich behandelten Individuen.

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