Verträglichkeit und Effektivität neuer synthetischer Adjuvantien bei der Erzeugung von Antikörpern gegen Synaptobrevin 2-Fragmente in der Balb/c-Maus
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Zusammenfassung
Zur Entwicklung eines tierschonenden Immunisierungsschemas bei Mäusen wurden die Verträglichkeit und die Effizienz von verschiedenen Adjuvantien verglichen. Eingesetzt wurden dafür die ölhaltigen Adjuvantien Specol und Algen-LPS-Öladjuvans sowie die wasserlöslichen Adjuvantien Imject® Alum (Aluminiumhydroxid), ImmunEasy (CpG-Oligonukleotide), AdjuPrime (Algen-Glucan) und Diluvac forte (alpha-Tocopherol). Als Modellantigen wurde ein synthetisches, von dem Vesikelprotein Synaptobrevin 2 abgeleitetes Oktamer-Peptid (rSyb270-76) verwendet, das von der Tetanustoxin-Spaltstelle stammt. Das rSyb270-76 wurde an den Carrier KLH (Keyhole Limpet Haemocyanin) oder ChTxB (Choleratoxin Untereinheit B) gekoppelt und mit einem Adjuvans versetzt. Für die Studie wurden insgesamt weibliche 450 Balb/c-Mäuse eingesetzt. Zur Beurteilung der Verträglichkeit der Adjuvantien wurden das Allgemeinbefinden und Verhalten der Tiere, die Körpergewichtsentwicklung während der Studie und die makroskopisch sichtbaren Veränderungen am Injektionsort untersucht. Zudem wurden die pathohistologischen Befunde beurteilt und die Serumkonzentration der Akute-Phase-Proteine Haptoglobin und Serum-Amyloid-A bestimmt. Die Verwendung von Specol und ImmunEasy führte bei den immunisierten Mäusen zu einer nachweisbaren Störung des Wohlbefindens: Die Tiere zeigten nach den Impfungen ein deutlich ruhigeres Verhalten, ihr Fell war struppig und glanzlos, und sie wiesen abgekapselte Gewebeabszesse am Injektionsort auf. Die histologische Untersuchung der Injektionsstelle ergab eine starke Entzündungsreaktion des Gewebes. Bei den mit ImmunEasy geimpften Tiergruppen war ein signifikanter Körpergewichtsabfall nach den Impfungen feststellbar. Des Weiteren kam es nach den Immunisierungen zu einem deutlichen Anstieg der Akute-Phase-Proteine Haptoglobin und Serum-Amyloid-A in den Mäuseseren. Zur Beurteilung der Effizienz der Adjuvantien wurden folgende Untersuchungen durchgeführt: ELISAs zum Nachweis von Antikörpern (IgG) gegen das Immunisierungspeptid und SDS-PAGE und Western Blots zum Nachweis von Antikörpern gegen das Modellantigen. Zur vergleichenden Bewertung der Effizienz der Adjuvantien wurden zusätzlich ELISAs zum Nachweis von Antikörpern gegen die Carrierproteine KLH und ChTxB durchgeführt. In dieser Studie wurden die besten Immunisierungsergebnisse (starke Immunantwort im ELISA und im Western Blot) von dem ölhaltigen Adjuvans Specol und dem wasserlöslichen Adjuvans ImmunEasy geliefert. Diese Adjuvantien scheinen für die Immunisierung von Mäusen mit Peptidantigenen geeignet, denn auch ihre Nebenwirkungen sind als tolerierbar einzustufen. Alle übrigen Adjuvantien induzierten mit dem geprüften Modellantigen keine ausreichende Antikörperbildung. Sollten zur Immunisierung Peptidantigene verwendet werden, empfiehlt sich nach den in der Studie gewonnenen Daten die Kopplung an den Carrier KLH, da nur mit diesem Carrier eine zufrieden stellende Immunantwort induziert werden konnte.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : http://www.dvg.de/ DVG Service, 2005
