Postoperative Kryotherapie bei ausgewählten orthopädischen und neurologischen Erkrankungen des Hundes
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Zusammenfassung
Der postoperative Einsatz von trockener Kaltluft (-30°C, Cryo-5® der Firma Zimmer Elektromedizin GmbH, Deutschland) nach ausgewählten orthopädischen (Hüfte, Knie) und neurologischen (Lenden- und Brustwirbelsäule) Eingriffen innerhalb der ersten 48 Stunden post operationem wird am Hund untersucht. Die Untersuchungen erfolgen an 76 Patienten unterschiedlichen Geschlechts, Alters, Körpergewichts und unterschiedlicher Rasse.Die Bestimmung der oberflächlichen Hauttemperatur erfolgt an 46 Patienten unter Bildung von drei Gruppen (Gruppe 1, 2 und 3). Die Schmerzbewertung erfolgt an 30 Patienten unter Bildung von zwei Gruppen (Gruppe 4 und Gruppe 5).Die durchschnittliche Ausgangstemperatur der Hautoberfläche im Operationsbereich von Gruppe 1 (n = 22), welcher ein geschorenes Hautareal und die Wunde beinhaltet, beträgt 29,77°C ± 2,3°C mit dem niedrigsten Wert (MIN) von 26,5°C und dem größten Wert (MAX) von 33,9°C. Nach 5-minütiger Kaltluftbehandlung wird eine durchschnittliche tiefste Hautoberflächentemperatur von 21,52°C ± 2,82°C erreicht (MIN: 14,8°C, MAX: 27,6°C). Somit sinkt die oberflächliche Hauttemperatur im Durchschnitt um 8,24°C ± 2,42°C ab. Nach 30 Minuten beträgt die oberflächliche Hauttemperatur im Durchschnitt 29,77°C ± 2,89°C (MIN: 23,8°C, MAX: 36,1°C) und hat somit annähernd den Ausgangswert vor der Kältebehandlung wieder erreicht.Die durchschnittliche Ausgangstemperatur der Hautoberfläche der nicht operierten und im Behandlungsbereich nicht geschorenen Kontrollgruppe 2 (n = 14) beträgt 30,86°C ± 1,49°C (MIN: 27,8°C, MAX: 32,7°C). Nach 5-minütiger Kaltluftbehandlung wird eine durchschnittliche Hautoberflächentemperatur von 21,61°C ± 2,40°C (MIN: 17,2°C, MAX: 25,0°C) erreicht. Somit sinkt die oberflächliche Hauttemperatur im Durchschnitt um 9,26°C ± 2,64°C ab.Nach 30 Minuten beträgt die oberflächliche Hauttemperatur im Durchschnitt 30,3°C ± 1,17°C (MIN: 28,7°C, MAX: 32,2°C) und hat somit annähernd wieder den Ausgangswert erreicht.In Gruppe 3 (n = 10) wird der Verlauf der oberflächlichen Hauttemperatur im Operationsbereich ohne Kaltluftbehandlung über 30 Minuten hinweg dokumentiert. Die durchschnittliche Ausgangstemperatur der Hautoberfläche beträgt 29,31°C ± 1,61°C (MIN: 26,9°C, MAX: 31,8°C). Die durchschnittliche Endtemperatur der Hautoberfläche beträgt nach 30 min 29,53°C ± 1,63°C (MIN: 27,2°C, MAX: 31,7°C). Somit findet ein geringfügiger Temperaturanstieg während der Untersuchung von 0,19°C ± 0,32°C statt.Fell und Operationsbereich haben keine Auswirkungen auf den Verlauf der oberflächlichen Hauttemperatur nach 5-minütiger Kaltluftapplikation.Die Schmerzbewertung nach Kaltluftapplikation erfolgt unter Anwendung des subjektiven Schmerzfragebogens (TACKE 2003).Die Patienten der mit Kaltluft behandelten Gruppe 4 (n = 15) zeigen im Gegensatz zur ungekühlten Kontrollgruppe 5 (n = 15) ein signifikantes Absinken im Summenwert des subjektiven Schmerzfragebogens an Tag 1 von M 3,47 ± 2,95 auf M180 2,8 ± 2,14 (p = 0,011). Der niedrigste Wert ist bei M60 mit 2,2 ± 2,18 erreicht. An Tag 2 sinkt der Summenwert von M 2,27 ± 1,83 auf M180 0,87 ± 0,92. Der niedrigste Wert ist bei M90 mit 0,60 ± 0,74 erreicht. An Tag 3 sinkt der Summenwert von M 1,47 ± 1,85 auf M180 mit 0,33 ± 0,82. Der niedrigste Wert ist bei M120 mit 0,13 ± 0,35 erreicht. Die Patienten der nicht gekühlten Kontrollgruppe zeigen am Tag der Operation ein Ansteigen des Summenwertes von M 2,6 ± 1,92 auf ein Maximum bei M90 von 3,13 ± 2,23, um dann bei M180 mit 2,67 ± 1,44 nahezu den Ausgangswert wieder zu erreichen.An Tag 2 steigt der Summenwert von M 2,67 ± 1,84 auf ein Maximum bei M30 von 2,93 ± 2,15, um dann bei M180 mit 2,13 ± 1,96 unterhalb des Ausgangswertes zu liegen.An Tag 3 liegt M bei 0,53 ± 0,83. Es folgt dann ein konstantes, dezentes Absinken im Summenwert auf M180 0,40 ± 0,74.Es kann ein signifikant schmerzlindernder Effekt der Kaltluftbehandlung nachgewiesen werden (p = 0,011 am Operationstag, p = 0,04 an Tag 2 und 3).Eine Kaltluftapplikation zeigt keinen signifikanten Einfluss auf die Körpertemperatur (p = 0,58), die Atemfrequenz (p = 0,64) und die Pulsfrequenz (p = 0,12).Bei ordnungsgemäß durchgeführter Kaltluftbehandlung ist kein negativer Einfluss auf den Wundbereich nachweisbar.Die Akzeptanz der Patienten für eine Kaltluftbehandlung in den Bereichen Brust- und Lendenwirbelsäule, Hüfte und Knie ist als gut zu bewerten.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
