Geographische Unterrichtsfilme auf DVD im Spiegel des moderaten Konstruktivismus : untersucht an drei Fallbeispielen zum Thema Megacities
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Zusammenfassung
Nach den ersten Filmaufnahmen im ausgehenden 19. Jahrhundert, dauerte es nicht lange, und die neue Technik hielt auch in Forschung und Bildung Einzug. Hier polarisierte der Film Didaktiker seit seiner Existenz und erregte immer wieder neue Diskussionen über seinen Nutzen und die ideale Gestaltung für den Unterrichtseinsatz bis zu Beginn der 1980er Jahre. Dann wurde es stiller um ihn und das Augenmerk der didaktischen Diskussion verlagerte sich hin zu den entstehenden Möglichkeiten des Computers, den neuen Medien. (Ashauer 1980, S. 122; Ketzer 1980b, S. 10; Kraatz 1997, S. 186; Kuchenbuch 2005, S. 87 ff.).Dies hielt die Produzenten von Unterrichtsfilmen nicht von Weiterentwicklungen ab: Neue Formen des Unterrichtsfilms wurden erst für VHS-Kassette, dann für CD-ROM und seit 1999 für DVD entwickelt. Seit wenigen Jahren wird bereits der Online-Vertrieb erprobt, dessen Produkte jedoch bislang denen des Medienträgers DVD entsprechen (Kap. 2.1.2). Die didaktische DVD, also die DVD für den Unterrichtsfilm, nimmt heute den bedeutendsten Stellenwert bei der Produktion von Unterrichtsfilmen ein und das Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht preist sie als Medium an, das bei einfachster Bedienung mit seinen vielseitigen Möglichkeiten hervorragende Perspektiven für den Einsatz im Unterricht eröffnet (FWU o. J., o. S.). Von dieser Ankündigung ausgehend, aber auch vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung, formuliert diese Arbeit als erste Hypothese: (Kap. 2.1.2)H1: Die DVD als technische Neuerung bietet neue Nutzungsmöglichkeiten für das Medium Unterrichtsfilm.Der Didaktik war der Vorstoß des Unterrichtsfilms in die digitale Welt und damit auch die Annäherung an die neuen Medien keine Diskussion wert, und auch die Produzenten bemühten sich nicht um das wissenschaftliche Fundament der Neuentwicklungen. Zu belegen ist dies anhand der verschwindend geringen Anzahl der Veröffentlichungen zum Thema Unterrichtsfilm der vergangenen Jahrzehnte. Ein 2005 in der geographie heute erschienener Beitrag beschäftigte sich in knapper Form mit den didaktischen Möglichkeiten. Unkritisch wurde der Neuentwicklung bescheinigt: Kein anderer Medienträger bietet für den Unterrichtseinsatz größere pädagogische Freiheiten (Obermaier 2005, S. 46). Dieses Urteil gründet auf der Vielfalt möglicher Zusatzmaterialien, welche eine DVD neben dem Hauptfilm enthalten kann: Als digitaler Datenträger ist sie in der Lage beliebige, je nach Art mit dem Computer oder dem DVD-Spieler nutzbare Medien i. e. S. (Kap. 2.1.1) zu speichern.Es stellt sich die Frage, ob die neu entwickelten Medien auf DVD vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Didaktik tatsächlich aktuelle Medien sind: Die Arbeit legt ein besonderes Augenmerk auf den Konstruktivismus in seiner Ausprägung als Moderater Konstruktivismus sowie auf seine erkenntnistheoretischen Voraussetzungen und die damit verbundenen neurobiologischen Grundlagen. Ausgehend von dieser Betrachtung werden Implikationen für den Unterrichtsfilm untersucht und als zweite Hypothese formuliert: (Kap. 2.2.3)H2: Aus einer moderat konstruktivistischen Betrachtungsweise folgen neue Anforderungen an den Unterrichtsfilm, die den klassischen didaktischen Anforderungen auf Basis einer instruktivistischen Betrachtungsweise widersprechen.Während die Hypothesen einer theoretischen Betrachtung bedürfen, kristallisiert sich als direkte Konsequenz aus H1 und H2 folgende praktisch ausgerichtete Frage heraus:Entsprechen aktuelle Unterrichtsfilme auf DVD den veränderten Anforderungen einer moderat konstruktivistischen Betrachtungsweise unter Einbezug wahrnehmungspsychologischer Erkenntnisse?Dies an konkreten Beispielen zu untersuchen ist Ziel der Analyse. Neben dem Hauptfilm gilt es, eventuell vorhandene Zusatzmaterialien sowie die Gestaltung der DVD selbst in der Einzelanalyse der Fallbeispiele zu berücksichtigen.Um einen unabhängigen Blick auf fachliche und didaktische Inhalte zu ermöglichen, wird vor der genauen Einzelanalyse eine planungsorientierte Materialsichtung durchgeführt. Diese simuliert die Vorbereitungen eines Unterrichtseinsatzes, soweit dies im gebotenen allgemeinen Rahmen sinnvoll ist.Die in der Einzelanalyse entstandenen Filmprotokolle ergeben eine Strukturübersicht des Films, die nach einer ersten Auswertung hinsichtlich der Gestaltungsebenen inhaltlich erschlossen werden muss. Dies geschieht als Gegenüberstellung der Fallbeispiele nach wahrnehmungspsychologischen und didaktischen Anforderungen an Unterrichtsfilme (Kap. 4.5). Hier werden auch die Zusatzmaterialien und die DVD-Gestaltung betrachtet.Die prägnanten Ergebnisse der Analyse werden abschließend hinsichtlich der Eignung für einen moderat konstruktivistischen Unterricht diskutiert. In Hinblick auf den praxisorientierten Ausgangspunkt der Untersuchung werden im Anschluss Vorschläge unterbreitet, wie die untersuchten Medien trotz eventuell inkompatibler Eigenschaften zumindest eingeschränkt im Unterricht eingesetzt werden können.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Aachen: Shaker, 2010
Sammelband
URI der Erstpublikation
Forschungsdaten
Schriftenreihe
Giessener Geographische Manuskripte (GGM); 01 / 2010
