Untersuchung zur Auswirkung sehr kurzer Säugezeiten auf die Fruchtbarkeitsleistungen von Sauen und Beeinflussung dieser durch eine pharmakologisch induzierte Verlängerung der Güstzeit
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Zusammenfassung
Die natürliche Variabilität der Trächtigkeitsdauer und die durch die Gruppenabferkelungssysteme festgesetzten Absetztermine führen in der Praxis zu kurzen bzw. sehr kurzen Säugezeiten. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, Reproduktionsleistungen von Sauen in Abhängigkeit von der Säugezeitlänge nach dem vorausgehenden Wurf zu analysieren. Im zweiten Teil der Arbeit wurde untersucht, ob die Verlängerung der Güstzeit mittels einer Ausdehnung des Laktationsanöstrus durch den Einsatz eines Progestagens (Regumate®) zu besseren Leistungen im Folgewurf führt.Für den ersten Teil standen Sauenplanerdaten von 24.144 Trächtigkeiten aus 15 Sauenbetrieben zur Verfügung. 23.303 Trächtigkeiten konnten der 2. oder einer späteren Parität zugeschrieben werden. Säugezeitlängen zwischen 10 Tagen (n = 17) und 31 Tagen (n = 203) wurden untersucht. Die Vergleichbarkeit der betrieblichen Kennzahlen war sichergestellt, weil alle Betriebe denselben Sauenplaner verwendeten. Für insgesamt 19.731 Trächtigkeiten lagen Daten über Säugezeitlänge, Besamungszeitpunkt, Trächtigkeitsdauer und Fruchtbarkeitsleistungen im Folgewurf vor. Für Teilauswertungen wurden hiervon abweichende Datenumfänge einbezogen. Unter Verwendung der Parameter Wurfgröße gesamt und lebend geborener Ferkel, Anzahl tot geborener Ferkel, Parität, Absetz-Beleg-Intervall, Trächtigkeitsdauer, Abferkelrate und Ferkelindex erfolgte die Analyse der Auswirkungen von 3- oder 4-wöchigen Säugezeiten. Die Auswertung erfolgte mit Hilfe des Statistik-Programm-Pakets SPSS 15.0. Für die Beurteilung von Mittelwertunterschieden bei der Trächtigkeitsdauer und den Parametern der Wurfgröße kam der Mittelwertsvergleich nach Student-Newman-Keuls zur Anwendung. Die Überprüfung der Unterschiede zwischen den Abferkelraten erfolgte durch den Chi-Quadrat-Unabhängigkeitstest in Kontingenztafeln. Mit univariaten Varianzanalysen wurden die Parameter der Wurfgröße und das Absetz-Beleg-Intervall unter dem Einfluss der fixen Faktoren Säugezeit, Betrieb und Parität betrachtet. Mögliche Zusammenhänge zwischen den Parametern Säugezeit, Absetz-Beleg-Intervall, Wurfgröße gesamt und lebend geborener Ferkel und Anzahl tot geborener Ferkel wurden mit Korrelationsberechnungen nach Pearson identifiziert. Für den zweiten Teil der Arbeit standen Daten aus einer 800er Schweinezuchtanlage zur Verfügung, in der ein einwöchiger Produktionsrhythmus mit 21 Tagen Säugezeit auf einen zweiwöchigen Rhythmus mit 21-tägiger Säugezeit umgestellt wurde. Diese Umstellung erforderte die Halbierung der Anzahl an Sauengruppen. Zur Synchronisierung der Abferkelgruppen erfolgte eine Verlängerung des Laktationsanöstrus in jeder zweiten Abferkelgruppe um 7 Tage mit Regumate® (Janssen Animal Health). Mit der vorliegenden Arbeit wurde nachgewiesen, dass kurze Saugezeiten (im Mittel 3 Wochen mit verfahrensbedingten Schwankungen) eine nachhaltige Wirkung auf die Fruchtbarkeitsleistung im Folgewurf haben. Die Notwendigkeit der Einhaltung von Mindestsäugezeiten wird hiermit nachdrücklich unterstrichen. Bei entsprechender Indikation kann mit der Altrenogest-Behandlung wirksam eine Leistungsdepression verhindert werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2010
