In dieser Arbeit wurde das klinisch relevante Thema der postoperativen Pankreasstumpfinsuffizienz mit konsekutiver Pankreasfistel bei distaler Pankreasresektion an einem Patientengut von 51 Patienten in der Abteilung für Viszeralchirurgie der Universitätsklinik Gießen unter Leitung von Prof. Dr. W. Padberg im Zeitraum von 2005 bis 2007 retrospektiv untersucht.Die postoperative Pankreasfistel tritt mit einer Inzidenz von bis zu 64 % [1, 3-6, 26-27] auf und geht mit einer Letalität von bis zu 28 % einher [4-5]. Dies zeigt, wie wichtig es ist, mögliche prädisponierenden Faktoren zu vermeiden oder zu verringern sowie das perioperative Management, d.h. auch Operationstechniken zu verbessern, um präventive Maßnahmen zu etablieren.In dieser Arbeit wurde versucht, eine Korrelation der anthropometrischen Daten, Begleiterkrankungen, Operationsdiagnosen und Operationsverfahren, insbesondere auch der Verschlusstechniken in Bezug auf die Entwicklung einer Pankreasstumpfinsuffizienz anhand unseres Patientenguts zu erstellen und Vergleiche mit den aktuellen Daten der Literatur zu ziehen.Die Fistelinzidenz in der untersuchten Patientenkohorte lag bei 18 %, die einhergehende Letalität bei 11 %.Als einzigen positiv prädiktiven Wert konnte in dieser Arbeit das histologische Vorliegen von Autolysezeichen des Pankreasparenchyms gewertet werden (p = 0,03). Die Relevanz dieser Aussage bleibt fraglich.Die übrige univariate Analyse der hier erhobenen Daten zeigte keine statistische Signifikanz in Bezug auf das Fistelentstehen. So konnte insbesondere auch keine Korrelation der verschiedenen Absetzungsmechanismen des distalen Pankreas und der Fistelinzidenz gezeigt werden.Abschließend zeigt diese Arbeit jedoch, dass die Fistelinzidenz bei distaler Pankreasresektion eher kein operationstechnisches oder patientenbezogenes Problem darstellt, sondern eher einem organspezifischen Problem entspricht, dessen Lösung eine wissenschaftliche Herausforderung bleibt.
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