Vergleich von Computertomographie und Magnetresonanztomographie bei Verdacht auf orbitalen Prozess bei Hund und Katze
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Zusammenfassung
Ziel der vorliegenden Arbeit war es, bei Bestehen eines orbitalen Krankheitsprozesses die diagnostische Genauigkeit von Magnetresonanz- und Computertomographie zu evaluieren und zu vergleichen. Hierfür sollte sowohl ein Vergleich mit der ermittelten Dignität der Prozesse als auch eine direkte Gegenüberstellung der Verfahren stattfinden.Durch die Untersuchung der Differenzierbarkeit der Dignität orbitaler Läsionen und die Identifikation von spezifischen, diagnostischen Malignitätskriterien erfolgte eine Evaluation der Aussagekraft von CT und MRT in Hinblick auf die resultierende Prognose.Zu Beginn wird eine Übersicht über die Anatomie der Orbita, sowie über die Ätiologie und das klinische Erscheinungsbild orbitaler Erkrankungen dargelegt. In der Folge werden die Grundlagen von Computer- und Magnetresonanztomographie wiedergegeben.Nach einer allgemeinen klinischen und speziellen ophthalmologischen Untersuchung wird die weiterführende bildgebende Diagnostik in Vollnarkose vorgenommen.Es werden die Schnittbilduntersuchungen von 45 Patienten berücksichtigt, hiervon sind 33 Hunde und 12 Katzen. Bei 23 Tieren (12 Hunde, 8 Katzen) besteht eine tumoröse Grunderkrankung. 22 Patienten (18 Hunde, 4 Katzen) weisen eine Erkrankung entzündlicher, traumatischer oder infektiöser Genese auf. Zum Vergleich liegt in 31 Fällen das diagnostische Ergebnis einer pathologischen Untersuchung vor und in 5 Fällen das einer zytologischen. Bei 9 Patienten mit einem entzündlichen Krankheitsprozess werden die Übereinstimmung der klinischen, bildgebenden und intraoperativen Befunde in Kombination mit dem Ergebnis der bakteriologischen Untersuchung und der Verlaufskontrollen diagnostisch gewertet.Durch die computertomographische Untersuchung gelingt es, 22 von 23 maligne Prozesse richtig zu erkennen und 18 von 21 benigne Prozesse. Dies entspricht einer geschätzten Sensitivität von 95,7 % und einer geschätzten Spezifität von 85,7 %. Durch die Magnetresonanztomographie werden 13 von 13 maligne orbitale Raumforderungen detektiert und 11 von 12 benigne Krankheitsgeschehen. Die geschätzte Sensitivität liegt infolge dessen bei bis zu 100 % und die geschätzte Spezifität bei 84,6 %.Im Falle einer malignen Krankheitsursache besteht bezüglich der vermuteten Dignität zwischen CT und MRT eine Übereinstimmung in 12 von 13 Fällen (92 %). Liegt eine benigne Grunderkrankung vor, so ist in 10 von 12 Fällen eine Übereinstimmung der geschätzten Dignität in CT und MRT vorhanden (83 %). Die korrekte Verdachtsdiagnose des Ursprungsgewebes ist durch das CT bei 75 % der Patienten möglich und durch das MRT bei 69 %.Beim Vergleich der Verfahren mit der vorliegenden Dignitätseinschätzung sind folgende qualitativen Parameter des CT und MRT statistisch signifikant mit der Dignität der Läsion korreliert: Kapsel bzw. Kapselunterbrechung, Invasivität, Vaskularisation, Osteolyse, Heterogenität (nur CT), Kontrastmittelanreicherungsverhalten (Menge) und Kontrastmittelverteilungsmuster. Keine statistische Signifikanz zeigen die Merkmale Lymphadenopathie und Heterogenität der Läsion in der MRT. Zudem wurde bei einigen quantitativen Malignitätskriterien eine statistische Signifikanz festgestellt. Diese waren in der CT: Dichte einer Region of Interest prä und post Kontrastmittelgabe, der berechnete lineare Schwächungskoeffizient der Region of Interest prä und post Kontrastmittelgabe und das Verhältnis des linearen Schwächungskoeffizienten der Region of Interest zum linearen Schwächungskoeffizienten der umgebenden Skelettmuskulatur prä und post Kontrastmittelgabe.In der MRT konnte folgenden Merkmalen eine statistisch signifikante, mit Malignität einhergehende Korrelation zugeordnet werden: Signalintensität der Region of Interest in den T2-gewichteten Schnittbildern und, ebenfalls in der T2-Wichtung, das Verhältnis der Signalintensität der Region of Interest zur Signalintensität der umgebenden Skelettmuskulatur.Keine statistische Signifikanz zeigte sich in der MRT bei der Signalintensität der Region of Interest in der T1-Wichtung und bei dem Verhältnis der Signalintensität der Region of Interest zur Signalintensität der umgebenden Skelettmuskulatur in den T1-gewichteten Sequenzen (in beiden Punkten sowohl prä als auch post Kontrastmittelapplikation).Der Methodenvergleich ergab für die Malignitätskriterien Kapsel bzw. Kapselunterbrechung, Invasivität und Osteolyse eine statistisch signifikante Übereinstimmung zwischen Computer- und Magnetresonanztomographie. Dies konnte für die Ergebnisse der Parameter Lymphadenopathie, Vaskularisation, Heterogenität, Menge der Kontrastmittelanreicherung und Verteilungsmuster des Kontrastmittels nicht festgestellt werden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
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Anmerkungen
Erstpublikation in
Gießen : http://www.dvg.de/ DVG Service GmbH
