Die transepitheliale Potenzialdifferenzmessung : Einführung der Superfusionsmethode zur Verbesserung der Mukoviszidose-Diagnostik

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Hintergrund: Die Messung der nasalen transepithelialen Potenzialdifferenz (PD) stellt ein wichtiges Hilfsmittel im Rahmen der Mukoviszidose-Diagnostik und -Forschung dar. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Mukoviszidose-Diagnostik durch Einführung der Superfusionsmethode bei der PD-Messung zu verbessern. Methodik: In einer initialen Messreihe wurden im Rahmen der konventionellen PD-Messung Werte für die nasale Applikation von Amilorid mittels Spray erhoben. In einer zweiten Versuchsanordnung wurde der konventionelle Versuchsaufbau mit Millivoltmeter, Silberchloridelektroden, Agargelbrücken, subkutaner Kanüle (Verbindung zur Referenzelektrode) und Messkatheter (Verbindung zur Messelektrode) über Dreiwegehähne mit den Superfusionslösungen verbunden, die zur Applikation verschiedener Pharmaka dienten. Nach der Ausgangsmessung wurden nacheinander die Superfusionslösungen (1. Amilorid, 2. Amilorid in chloridfreiem Puffer und 3. Amilorid in chloridfreiem Puffer + Isoproterenol) perfundiert, wobei jedes Pharmakon in einer eigenen Messreihe untersucht wurde. Insgesamt nahmen 162 Probanden ohne CF (Nicht-CF) in einem Alter von 0,2 bis 57,2 Jahre und 49 Mukoviszidose(CF)-Patienten in einem Alter von 0,1 bis 56,3 Jahre an den Messungen teil. Ergebnisse: Bei den PD-Ausgangswerten (Nicht-CF: -29,5 +- 9 mV, CF: -48,1 +- 13,9 mV; p = 8,02639E-73), sowie den Werten nach Amilorid-Nasenspray (Nicht-CF: -16,3 +- 7,5 mV, CF: -28,5 +- 5,2 mV; p= 0,0002) waren zwar statistisch signifikante Unterschiede zwischen Nicht-CF-Probanden und CF-Patienten zu beobachten. Diese erlaubten jedoch keine ausreichende diagnostische Zuordnung. Bei Superfusion von Amilorid in chloridhaltiger und Amilorid in chloridfreier Lösung ergaben sich zwar ebenfalls signifikante Unterschiede zwischen Probanden ohne CF und CF-Patienten, aber erst die Superfusion von Isoproterenol in chloridfreier Amilorid-Lösung (Nicht-CF: -30,3 +- 9,3 mV, CF: -13,3 +- 7,4 mV; p= 2,25E-22) ermöglichte eine eindeutige Trennung mit einer Sensitivität von 100 % und einer Spezifität von 98,6 %, während die Basalwerte ohne pharmakologische Tests lediglich eine Sensitivität von 59 % und eine Spezifität von 93 % aufwiesen. Fazit: Durch die Superfusion kann die Unterscheidung zwischen CF-Patienten und NON-CF-Probanden deutlich sicherer getroffen werden. Allerdings ist die Methode wegen der Anforderungen an die Kooperation erst ab einem Alter von ca. 5 - 6 Jahren anwendbar. Dennoch ist diese Form der PD-Diagnostik als deutliche Bereicherung anzusehen, vor allem bei Mutationen mit untypischem und mildem Verlauf, die meist erst spät diagnostiziert werden, da in diesen Fällen oft weder die Schweißanalyse noch die Genanalyse eindeutige Befunde liefert.

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