In dieser Arbeit wurde die Lokalisation der de novo Synthese der ZP-Glykoproteine ZPA, ZPB und ZPC in Gewebeschnitten des Marmoset Affen untersucht. Hierzu wurden mehrere spezifische Ribosonden gegen die entsprechenden ZP-Glykoprotein-mRNAs hergestellt, gereinigt und für den Einsatz in einer in situ Hybridisierung auf Formalin fixierten Gewebeschnitten von Marmoset Ovarien optimiert. Mit Sonden gegen jeweils unterschiedliche Bereiche der entsprechenden mRNA-Moleküle waren ZPA-, ZPB- und ZPC-Transkripte im Marmoset Ovar nachzuweisen. Besonders intensive Reaktionen konnten im Zytoplasma der Follikelzellen von Prämordialfollikeln bis zu Tertiärfollikeln festgestellt werden. Auch in den Oozyten konnten ZP-mRNA Transkripte nachgewiesen werden. Allerdings nahm die Farbreaktion im Laufe der Follikulogense ab; die Intensität der Reaktion war in Oozyten aus Tertiärfollikeln besonders gering. Mithilfe spezifischer Primer und der RT PCR konnte ZP-mRNA in isolierten Oozyten und Follikelzellen des Marmoset Affen nachgewiesen werden.
Die quantitative Bestimmung von ZPB-, ZPA- und ZPC-mRNA-Transkripten in Marmoset Oozyten erfolgte mittels real-time PCR. Die Oozyten wurden nach dem Reifestadium (Oozyten aus Follikeln mit einem Durchmesser von <600µm, von 600-1000µm und >1000µm, die periantralen, kleinen und großen antralen Follikel entsprechen) klassifiziert. Bestimmt wurde sowohl die absoluten Kopienzahl der ZP-Transkripte sowie des housekeeping Gens GAPDH, als auch die relative Expression von ZPB, ZPA und ZPC. Es zeigte sich ein Unterschied in der Menge der ZP-Expression in Bezug auf die einzelnen Follikelgrößen. Im Vergleich wurde die größten Differenzen aller drei ZP-Transkripte zwischen den Oozyten aus Follikeln der Größe 600-1000µm (geringste Menge an Transkripten) und Follikeln der Größe <600µm (größte Menge an Transkripten) festgestellt. Im Verlauf der Follikulogenese kam es zu einer Abnahme der Transkription aller ZP-Glykoproteine der Oozyte. Mit Ausnahme von ZPC war dieser Unterschied beim Vergleich von Oozyten aus großen antralen Follikeln (>1000µm) mit den Oozyten aus periantralen Follikeln (<600µm) weniger deutlich ausgeprägt.
Abschließend wurde die real-time PCR für kleinste Mengen an Untersuchungsmaterial optimiert. Es gelang der Nachweis von ZP-Transkripten in einem Bruchteil der aus einer Oozyte isolierten totalRNA (ZPB 1:100, ZPC 1:10). Die hier vorgestellten Untersuchungen dienen zum einem dem besseren Verständnis bezüglich Lokalisation, Verteilung und Synthese der ZP-Proteine in Marmoset Oozyten und bilden zum anderen die Basis für weitere Versuche mit in vitro kultivierten Marmoset Oozyten. Die Ergebnisse liefern möglicherweise grundlegende Erkenntnisse zur Optimierung der in vitro Follikelreifung im humanen System und könnten somit in der klinischen Diagnostik Anwendung finden.
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