Untersuchungen zum "grampositiven und gramnegativen Priming" der isolierten Rattenlunge unter besonderer Berücksichtigung der intrazellulären enzymatischen Signaltransduktion

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Die durch gram-negative und in den letzten Jahren gehäuft auch durch gram-positive Bakterien verursachte Sepsis führt häufig zur Auslösung des lebensbedrohlichen Krankheitsbildes ARDS. Beim ARDS kommt es durch eine überschießende inflammatorische Reaktion der Lunge zu schweren Störungen der pulmonalen Vasomotion und Ventilation sowie Schädigung der alveolokapillären Schranke mit Permeabilitätsstörung des Kapillarendothels und Ausbildung eines interstitiellen bzw. intraalveolären Lungenödems mit häufig letalen Folgen. Die genauen Mechanismen, die diese Schädigung der Lunge auslösen, sind noch nicht ganz aufgeklärt.Um diese komplexen, pathogenetischen Vorgänge während der exsudativen Phase des ARDS näher zu untersuchen, werden von Forschern seit langem isoliert perfundierte Lungen als Modellsysteme genutzt. Das in dieser Arbeit angewandte Modell der isolierten, blutfrei perfundierten und ventilierten Rattenlunge bietet die Möglichkeit der Versuchsdurchführung an einem intakten Organ mit funktionierenden physiologischen Regulationsmechanismen, die unmittelbar messtechnisch erfasst und ausgewertet werden können. Zusammenfassend ist festzustellen, dass in der isolierten Rattenlunge sowohl die Verabreichung des gram-negativen Bakterienwandbestandteiles LPS als auch der gram-positiven Bakterienwandbestandteile LTA und PepG in Kombination, eine Priming -Reaktion auslösen können, die in ihrer Erscheinung den klinischen Symptomen des ARDS ähnelt. Die durch vermehrte Eikosanoidproduktion in der Lunge bewirkte vasale und bronchiale Konstriktion mit Permeabilitätserhöhung nach Stimulation durch die gram-positiven und gram-negativen Bakterienwandbestandteile wird über eine Signaltransduktionskaskade vermittelt, an der mehrere Proteinkinase C-Isoenzyme und die MAPK p38-MAPK und ERK1/2 beteiligt sind, mit nachfolgender Hochregulation der Cox-2-Expression.Diese Enzyme stellen somit ein interessantes Ziel für die Entwicklung weiterer therapeutischer Interventionsstrategien gegen die Entstehung des ARDS dar. Insbesondere die Rolle der einzelnen PKC-Isoenzyme sollte in weiteren Studien noch näher untersucht werden.

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Giessen : VVB Laufersweiler 2008

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