Prävalenz und Typen der Oligodontie in Mittelhessen

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Das Ziel dieser Arbeit war es, die Prävalenz syndromaler und nonsyndromaler Oligodontien sowie der entsprechenden Nichtanlagemuster in einem selektierten, mittelhessisch-kieferorthopädischen Patientengut zu identifizieren.Das Patientengut umfasste alle diejenigen Patienten, die im Zeitraum von 1990 bis 2010 in der Poliklinik für Kieferorthopädie im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Justus-Liebig-Universität Gießen aufgenommen wurden. Ausgehend von den Ausschlusskriterien (Patienten mit fehlendem Orthopantomogramm (OPMG); Patienten mit nicht auswertbarem OPMG; Patienten mit fehlenden Zähnen der permanenten Dentition exklusive der dritten Molaren, deren Ursache unklar und anhand der vorliegenden Unterlagen nicht eindeutig zu klären war) verblieben 4993 Patientenakten zur Auswertung hinsichtlich der Haupt- und Nebenzielparameter (Oligodontie, Nichtanlagemuster, Oligodontietyp, Heredität, Allgemeinerkrankungen, Alter, Ethnie sowie Behandlungsverlauf).Die Auswertung der Patientenunterlagen erfolgte hinsichtlich der genannten Studienparameter, zusätzlich erfolgte die Beschreibung der Oligodontien bzw. des jeweiligen Nichtanlagemusters mittels des Tooth Agenesis Code (TAC) um mögliche Assoziationen zwischen Genotyp und Phänotyp eines Nichtanlagemusters darstellen zu können. Die Prävalenz der Hypodontie lag in dieser Studie bei 9,71% (exklusive der Oligodontie) bzw. 10,49% (inklusive der Oligodontiefälle). Innerhalb des Gesamtpatientengutes konnte bei 39 Patienten eine Oligodontie identifiziert werden. Die entsprechende Prävalenz lag bei 0,78%. Von den 39 Oligodontiefällen hatten 9 Patienten eine syndromale und 30 Patienten eine nonsyndromale Oligodontie, was einer Prävalenz von 0,18% respektive 0,60% entsprach. Die Gruppe der syndromalen Oligodontiepatienten war für statistische Analysen nicht ausreichend groß genug, weshalb die Ergebnisse zu dieser Gruppe als wenig aussagekräftig gewertet wurden. Der Fokus dieser Arbeit lag auf der Gruppe der nonsyndromalen Oligodontiepatienten. Die Geschlechtsverteilung war innerhalb der Gruppe der nonsyndromalen Oligodontiepatienten mit 60% zu 40% zugunsten des männlichen Geschlechts verschoben. Das entsprechende Durchschnittsalter bei Behandlungsbeginn lag bei 12,3 Jahren. Es wiesen 30% der nonsyndromalen Oligodontiepatienten eine Allgemeinerkrankung auf. Es konnte den Allgemeinerkrankungen jedoch keine direkte Assoziation mit der Oligodontie zugewiesen werden. Eine gesicherte hereditäre Komponente lag bei 16,7% der nonsyndromalen Oligodontiepatienten vor. Der kieferorthopädische Behandlungsverlauf war in 13,3% der Fälle als irregulär eingestuft worden. Die nonsyndromalen Oligodontiepatienten hatten im Durchschnitt 10,5 Nichtanlagen. In den Unterkiefern dieser Patienten traten relativ und absolut mehr Nichtanlagen auf als im Oberkiefer. Die weiblichen Patienten vereinten relativ gesehen mehr Nichtanlagen auf sich als die männlichen Patienten. Der am häufigsten nicht angelegte Zahn war der Zahn 15 gefolgt von den Zähnen 25, 35, 45, 24, 22, 31 und 41. Die Anwendung des TAC und des TAC-Summenverfahrens sowie deren Auswertung lieferten folgende Ergebnisse: Bei 83,3% aller nonsyndromalen Oligodontiepatienten lag eine Symmetrie der Nichtanlage im Ober- oder Unterkiefer vor. Eine Symmetrie zwischen Ober- und Unterkiefer konnte bei 6,7% der Fälle identifiziert werden. Innerhalb der Gruppe aller 39 Oligodontiepatienten traten nur zwei TACs mehrmals auf (024024016016; 024024024024). Bezogen auf einen einzelnen Quadranten konnten insgesamt 16 (1.Quadrant) bis 18 (je im 2. und 3. Quadranten) verschiedene TACs identifiziert werden, wobei jeweils 5 bis 7 TACs in einem jeweiligen Quadranten mit einem überproportionalen Anteil an der Gesamtmenge der TACs dominierten. Entsprechend des TAC-Summenverfahrens bestand bei 13 Patienten der Verdacht auf eine EDA-Mutation, bei 12 Patienten auf MSX1-Mutationen, bei 4 Patienten auf AXIN2-Mutationen und bei einem Patienten bestand der Verdacht auf eine PAX9-Mutation. Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass die Prävalenz der Oligodontie in dieser Studie als hoch eingestuft wurde und als nicht repräsentativ für eine Gesamtbevölkerung angesehen werden darf. Sie lag jedoch im Rahmen des Prävalenzintervalls anderer vergleichbarer kieferorthopädischer Studien. Die Anwendung des TAC und des TAC-Summenverfahrens brachte viele Vorteile mit sich vor dem Hintergrund der Erfassung und Auswertung aller Nichtanlagemuster und möglicher Genotyp-Phänotyp Assoziationen. Eine Verifizierung der Verdachtsmutationen nach Anwendung des TAC-Summenverfahrens kann in zukünftigen genetischen Untersuchungen/Analysen dieser Patienten erfolgen.

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Giessen : VVB Laufersweiler

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