Präkonzeptionelle Geschlechtswahl zu nichtmedizinischen Zwecken : eine Umfrage unter schwangeren Frauen in Pakistan

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Hintergrund: Seit 1994 von der Ethik-Kommission der International Federation of Gynecologists and Obstetricians (FIGO) entschieden wurde, die präkonzeptionelle Geschlechtswahl zu nichtmedizinischen Zwecken zuzulassen, gehört dieses Thema zu den umstrittensten, auch im Hinblick auf die Gefahr einer demographischen Verschiebung und daraus resultierendem Ungleichgewicht der Geschlechter. Dazu müssten jedoch mindestens zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Erstens müsste eine Präferenz für Kinder eines Geschlechts gegeben sein und zweitens müsste eine bedeutende Nachfrage für die präkonzeptionelle Geschlechtswahl mit Hilfe eines Verfahrens zur Spermienseparation bestehen. Um einen weiteren Beitrag zur Forschung des weltweit wachsenden Interesses für die präkonzeptionelle Geschlechtswahl zu leisten, führten wir eine Umfrage in Pakistan durch, die unserem Wissen nach erstmalig die Geschlechtspräferenz und die Nachfrage für eine präkonzeptionelle Geschlechtswahl unter der Bevölkerung Pakistans in der medizinischen Literatur zeigt. Methode: Es wurden 301 schwangere Frauen in Karachi, Pakistan zur Präferenz für Kinder eines Geschlechts und Interesse an einer präkonzeptionellen Geschlechtswahl befragt. Fünf medizinische Zentren wurden gewählt, die unterschiedliche sozioökonomische Schichten der Bevölkerung reflektierten. Die eingesetzten Fragebögen der Umfrage bestanden aus 17 Fragen. Ergebnisse: 41,5% der Befragten wünschten sich eine Familie mit gleicher Anzahl von Mädchen und Jungen. 3,3% wünschten sich nur Jungen, 1% nur Mädchen, 27,6% mehr Jungen als Mädchen, 4,3% mehr Mädchen als Jungen und 22,3% sagten, dass sie keine Geschlechtspräferenz hätten. Während 6,3% sich ein Verfahren zur Spermienseparation für eine Geschlechtswahl vorstellen konnten, war dies bei 76,1% nicht der Fall; 17,6% waren diesbezüglich unentschlossen. 27,2% hatten die Meinung, dass die präkonzeptionelle Geschlechtswahl zu nichtmedizinischen Zwecken legal sein sollte, 48,8% waren dagegen und 23,9% waren bezüglich der Legalisierung unentschlossen. Schlussfolgerung: Trotz statistisch signifikanter Präferenz für mehr Jungen unter schwangeren Frauen in Pakistan scheint die Zahl der Frauen, die die Hilfe eines Verfahrens für Spermienseparation in Anspruch nehmen würden, viel zu klein, um ein resultierendes Ungleichgewicht der Geschlechter mit Hilfe einer präkonzeptionellen Geschlechtswahl zu bewirken. Die Motivation für eine Geschlechtspräferenz lässt trotz all dem viele Fragen offen und sie sollte auch in Zukunft weiter beachtet werden.

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