Expressionsanalysen von hepatischen microRNA in murinen Langzeit-Modellen der hepatischen Cholestase

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MicroRNA beeinflussen auf posttranskriptioneller Ebene die Proteinsynthese und sind in einer Vielzahl von Signalwegen sowie Prozessen involviert. Insbesondere bei Tumorerkrankungen wurde eine veränderte Expression spezifischer microRNA gezeigt, allerdings ist die genaue Funktion in der Entstehung und Modulation von Pathologien größtenteils unverstanden. In dieser Arbeit erfolgten microRNA-Expressionsanalysen im murinen Langzeit-Modell mit verschiedenen hepatischen Erkrankungen. Hierzu wurden Inzuchtmäuse des genetischen Hintergrundstammes BALB/c im Alter von 8, 16, 26 so-wie 52 Wochen untersucht. Das erste Modell (ABCB4-/-) mit Knockout des ABCB4-Gens entwickelt im Rahmen einer sklerosierenden Cholangitis durch chronische Cholestase eine Leberfibrose und Tumore. Das zweite Modell (HBVTg) weist eine Überexpression und Akkumulation des Hepatitis-B-Oberflächenantigens LHB auf und bildet eine Pathologie, vergleichbar einer chronischen HBV-Infektion. Im Verlauf entwickeln diese Tiere das Bild einer chronischen Hepatitis sowie hepatozelluläre Tumore. Das dritte verwendete sogenannte Hybrid-Mausmodell (HBVTg-ABCB4-/-) ist eine Kombination der beiden vorherigen und zeichnet sich insbesondere durch eine erhöhte Tumorinzidenz aus. Mit Array-Analysen wurden 1900 microRNA in 16 Wochen alten, weiblichen Mäusen des Hybridmodells analysiert. 51 microRNA wiesen eine signifikant verstärkte, 69 eine verminderte Expression auf. Sechs microRNA (miR-199a-3p, miR-182a-5p, miR-21a-5p, miR-122-5p, miR-23a-3p, miR-101a-3p) wurden mittels qRT-PCR analysiert. MiR-199a-3p wurde sowohl im HBVTg- und vor allem im ABCB4-/--Modell verstärkt und im zeitlichen Verlauf zunehmend exprimiert. Im Hybridmodell ergab sich ein synergistischer Effekt beider Pathologien und die größte Zunahme der miR-199a-3p Expression. MiR-182a-5p zeigte im ABCB4-/-- und Hybridmodell eine globale Expressionsverstärkung, wobei der Effekt zum Zeitpunkt von 16 und 26 Wochen am stärksten ausgeprägt war. Das HBVTg-Modell hingegen wies einen nahezu linearen Anstieg des Expressionslevels auf. MiR-21a-5p zeigte im ABCB4-/-- und im Hybridmodell eine Hochregulation, wo-hingegen im HBVTg-Modell nahezu keine Änderung der Expression zu verzeichnen war. Die leberspezifische miR-122-5p zeigte mit Ausnahme der 16 Wochen alten ABCB4-/--Mäuse eine global verminderte Expression, welche im HBVTg-Modell am stärksten ausgeprägt war. Eine inhomogene Expressionsänderung im zeitlichen Verlauf wies miR-23a-3p auf. Es ergab sich eine nahezu gleichbleibend erhöhte Expression im HBVTg-Modell sowie ein undulierender Verlauf des erhöhten Expressionslevels im Hybridmodell mit maximaler Ausprägung im Alter von 16 Wochen. Ein anderes Bild zeigte sich im ABCB4-/--Modell mit verminderter Expression zum Zeitpunkt 16 Wochen und progredienter Expressionsverstärkung mit zunehmendem Alter der Versuchstiere. Die Expressionsänderung von miR-101a-3p wiesen im ABCB4-/-- und HBVTg-Modell einen vergleichbaren Verlauf auf. Einer initial minimal bestehenden Verstärkung folgte zum Zeitpunkt 16 bzw. 26 Wochen eine verminderte Expression mit nachfolgendem Anstieg auf einen dem Wildtyp vergleichbarem Ausgangswert (HBVTg) bzw. vermehrte Expression (ABCB4-/-). Im zeitlichen Verlauf ergibt sich im Hybridmodell eine stetig sinkende Expression. Letztendlich konnte mit der Arbeit gezeigt werden, dass in den unterschiedlichen Lebermodellen in Abhängigkeit von Ätiologie und Zeitverlauf spezifische microRNA reguliert werden.

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