Untersuchung zur IgG-Bestimmung beim neugeborenen Fohlen

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In der vorliegenden Arbeit wurden Methoden der IgG-Konzentrationsbestimmung bei neugeborenen Fohlen untersucht, um eine Hypogammaglobulinämie erkennen zu können. Die Daten wurden in einem Gestüt von 54 Fohlen im Rahmen der tierärztlichen Überwachung der Geburt und neonatalen Phase gewonnen. Zur Kontrolle der Immunglobulinversorgung wurde den Fohlen kurz vor der ersten Tränkeaufnahme und frühestens 12 Std. post natum eine Blutprobe entnommen. Die Gießener Vorsorgeschemata I und II wurden in den ersten 24 Lebensstunden angewendet. Eine klinische Untersuchung der Fohlen erfolgte alle zwei Tage bis einschließlich zum neunten Lebenstag. Es wurden die Puls-, Atemfrequenz und die rektale Körperinnentemperatur erhoben. Die Fohlen wurden bis zum 100. Lebenstag beobachtet und Infektionskrankheiten wurden dokumentiert.Folgende relevante Ergebnisse wurden erzielt: Modifikation des Gießener Vorsorgeschemas I wird gefordert:o Nr. 3 (Lage und Situation bis zu 60 Minuten nach der Geburt) wird im ersten Punkt auf Sicheres Stehen reduzierto Nr. 4 (Lage und Situation bis zu 120 Minuten nach der Geburt) wird mit drei Unterpunkten (Trinken am Euter mit Sauggeräuschen / - ohne Sauggeräusche / kein Trinken) und der Punkteverteilung 3 / 2 / 1 eingeführto Gesamtpunktzahl verändert sich auf 12 11 Punkte (vitales Fohlen), 10 9 Punkte (gefährdetes Fohlen), < 9 Punkte (hochgradig gefährdetes Fohlen) Der Zusammenhang zwischen der IgG-Konzentration mind. 12 Stunden p. n. und den Parametern Geschlecht, Geburtsdatum, Punktzahl im Gießener Vorsorgeschema I und II, erster Euterkontakt, Alter der Stute, Anzahl der Abfohlungen, sowie Trächtigkeitsdauer ist nicht statistisch signifikant. Der Zusammenhang zwischen dem Ergebnis des SNAP-Tests und der Gesamtproteinmessung mittels Photometer (p = 0,0001; r = -0,50) / Refraktometer (p = 0,0002; r = -0,49), der Aktivität der Gammaglutamyltransferase (p = 0,006; r = -0,37), sowie der IgG-Konzentration (p = < 0,0001; r = -0,54) jeweils mind. 12 Stunde p. n. ist statistisch signifikant. Der SNAP-Test weist in dem gesamten Messbereich eine sehr hohe Genauigkeit, verglichen mit der ELISA Messung, auf (96 %). In den unteren Bereichen beträgt seine Genauigkeit 100 % (< 400 und 400 800 mg / dl). Im oberen Bereich werden 98 % (> 800 mg / dl) erreicht. Der Zusammenhang zwischen der IgG-Konzentration und den Werten der Gesamtproteinmessung mittels Photometer (p = 0,16; r = 0,21) / Refraktometer (p = 0,63; r = -0,07) vor der ersten Tränkeaufnahme ist statistisch nicht signifikant; mind. 12 Stunden p. n. ist der Zusammenhang statistisch signifikant (Photometer: p < 0,0001; r = 0,84; Refraktometer: p < 0,0001; r = 0,82; SNAP-Test: p < 0,0001; r = -0,54). Ab einem photometrisch gemessenen Gesamtproteinwert von 46 g / l mind. 12 Std. p. n. (Sensitivität: 86 %, Spezifität: 98 %) kann auf einen IgG-Gehalt von > 800 mg / dl geschlossen werden (Refraktometer 49 g / l, Sensitivität: 86 %, Spezifität: 96 %) Die Differenz der Gesamtproteinmessung mittels Photometer / Refraktometer vor der ersten Tränkeaufnahme und mind. 12 Stunden p. n. ist statistisch signifikant im Zusammenhang zur IgG-Konzentration von > 800 mg / dl (Photometer: p = < 0,001; r = 0,78; Refraktometer: p = < 0,001; r = 0,80); ab einer Differenz (mittels Photometer) von 5 g / l (Sensitivität: 86 %, Spezifität: 92 %) kann auf IgG-Konzentrationen von > 800 mg / dl geschlossen werden (Refraktometer: 2 g / l; Sensitivität = 71 %; Spezifität = 97 %. Für die Fohlen im Alter von unter 10 Lebenstagen konnte kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der IgG-Konzentration mind. 12 Stunden p. n. und dem Auftreten einer Erkrankung festgestellt werden (p = 0,31). Für die Fohlen im Alter vom 10. 45. Lebenstag besteht ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der IgG-Konzentration mind. 12 Stunden p. n. und dem Auftreten einer Erkrankung (p = 0,04). Für Fohlen über dem 45. Lebenstag konnte kein signifikanter Zusammenhang (p = 0,2) zwischen dem IgG-Gehalt mind. 12 Stunden p. n. und dem Auftreten einer Erkrankung festgestellt werden. Für den gesamten Beobachtungszeitraum besteht ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der IgG-Konzentration mind. 12 Stunden p. n. und dem Auftreten einer Erkrankung (p = 0,005). Folgende Infektionskrankheiten treten in den angegebenen Zeiträumen vermehrt auf: Durchfall (p = 0,01; 10. 45. Lebenstag); Husten (p = 0,037; > 45. Lebenstag)Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der SNAP-Test sehr gut dazu geeignet ist, die Immunglobulinversorgung von Fohlen zu überprüfen. Die Gesamtproteinmessung ist als Methode zur Beurteilung der Immunglobulinversorgung bei gesunden Fohlen ebenfalls geeignet.

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Giessen : VVB Laufersweiler Verlag

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