Einfluss verschiedener Konzentrationen von E. coli var. haemolytica und Gentamicin auf selektierte Vitalparameter in flüssigkonserviertem Rüdensperma

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Auch in der Hundezucht gewinnt die künstliche Besamung an Beliebtheit. Die Flüssigkonservierung des Spermas verknüpft sehr gute Besamungserfolge mit einer einfachen und kostengünstigen Handhabung. Darüber hinaus bietet sie die Möglichkeit, Samen kurzzeitig zu lagern und zu versenden und schließt damit die Lücke zwischen Frisch- und kryokonserviertem Sperma.In dieser Arbeit wurde die Bedeutung verschiedener E. coli var. haem.- und Gentamicinkonzentrationen auf die Spermaqualität und damit auf die Lagerfähigkeit von flüssigkonservierten Samen vom Rüden untersucht. Zudem sollte geprüft werden, inwiefern sich bakterielles Wachstum durch die verschiedenen Gentamicinkonzentrationen verhindern bzw. minimieren lässt. Die Ejakulate stammten von 11 Rüden und wurden für fünf Versuchsdurchläufe gepoolt. Der verwendete CaniPlus Chill® Verdünner setzte sich aus vier Chargen mit verschiedenen Konzentrationen (0, 20, 100 und 200 mg/l) von Gentamicin zusammen. Zu jedem der vier Verdünner wurden zusätzlich noch zwei E. coli var. haem.-Konzentrate (500 KBE/ml und 5× 105 KBE/ml) inokuliert. Des Weiteren wurde eine Negativkontrolle ohne weitere Keime angelegt. Diese 12 Testansätze wurden bei 4 °C im Kühlschrank gelagert und im Abstand von 24 h über 3 Tage spermatologisch (%-Lebend/Tot; %-morphologisch veränderter Spermien; %-membranintakte Spermien; CASA-Beweglichkeitsparameter) und bakteriologisch untersucht.Am Tag 0 direkt nach dem Verdünnen und vor dem Herabkühlen konnten folgende Werte ermittelt werden: Eine Beweglichkeit von 81,0 ± 2,4 %, Vorwärtsbeweglichkeit von 73,2 ± 2,6 %, Anteil lebender Spermien (Eosin-Ausstrich) von 75,1 ± 3,2 %, Anteil morphologisch normaler Spermien (Spermac®-Färbung) von 72,2 ± 11,5 % und membrandefekte Spermien (HOS-Test) von 9,7 ± 1,0 % (not curled). Insgesamt nahm die Spermaqualität über den Untersuchungszeitraum kontinuierlich ab, was sich in einer signifikanten Abnahme bis zu einer Beweglichkeit von 43,2 ± 21,5 % und Vorwärtsbeweglichkeit von 34,6 ± 20,3 %, eines Anteils lebender Spermien von 43,0 ± 13,3 % und membranintakte Spermien (HOS-Test) von 36,4 ± 17,8 % (curled) am Tag 3 und einer Zunahme des Anteils an morphologisch veränderten Spermien, inkl. Kopfkappen von 58,94 ± 4,09 % am Tag 3 äußerte. Ferner konnte ein negativer Einfluss der Gentamicinkonzentration nachgewiesen werden: Testansätze, die mit 200 mg/l Gentamicin versetzt waren, zeigten eine signifikant stärkere Reduktion der Beweglichkeit (12,7 ± 8,4 %) und Vorwärtsbeweglichkeit (4,2 ± 4,6 %), des Anteils lebender Spermien (21,5 ± 8,1 %) und membranintakter Spermien (52,0 ± 26,4 %). Eine Zunahme morphologisch veränderter Spermien oder Kopfkappen (52,0 ± 9,0 %) konnte nicht festgestellt werden.Infolge der verschieden hohen E. coli var. haem.- Konzentrationen manifestierte sich ein signifikanter Unterschied im Anteil (%) morphologisch veränderter Spermien, von Tag 0 (BK 0: 20,6; BK 1: 25,4; BK 2: 29,5 %) bis hin zu Tag 3 (BK 0: 38,9; BK 1: 40,5; BK 2: 45,2 %; p = 0,0069).Die bakteriologische Analyse ließ eine Verringerung der Keimzahlen in allen Testansätzen erkennen. Am deutlichsten stellte sich die Abnahme bei 200 mg/l Gentamicin dar, wobei nach 24 h nur noch einzelne Kolonien und nach 48 h kein Wachstum mehr nachgewiesen werden konnte. Bei 20 mg/l Gentamicin wuchsen in Verbindung mit der hohen E. coli var. haem.-Zugabe am Ende des Versuchs noch 656 KBE/ml, bei 100 mg/l Gentamicin noch 52 KBE/ml.Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass der Verdünner mit 100 mg/l Gentamicin im Vergleich zu den übrigen Verdünnern am besten für die Flüssigkonservierung geeignet war. Er bot eine moderate Keimreduktion, ohne dabei die Spermaqualität negativ zu beeinträchtigen. Inwiefern Gentamicin die Verschlechterung der Samenparameter verschuldete, bleibt unklar, da andere Studien erst bei höherer Dosis einen Effekt feststellten. Auch in einem Folgeversuch konnte bei 200 mg/l Gentamicin keine Abnahme der Vitalparameter festgestellt werden, sodass für die vorliegende Arbeit auch andere, verdünnerassoziierte Faktoren als Ursache diskutiert werden müssen. Die Inokulation mit dem E. coli var. haem.-Stamm erbrachte nur eine geringe Abnahme einzelner Qualitätsparameter und scheint deshalb von untergeordneter klinischer Relevanz. Inwieweit das auch auf andere Stämme und Serovare zutrifft, wurde bisher nicht untersucht.Zuletzt bleibt auch ungeklärt, in welchem Ausmaß sich die Fertilität des kühlkonservierten Ejakulats durch die getesteten Variablen verändert. So sind weitere Studien notwendig, um auch die Befruchtungsfähigkeit in vivo näher beurteilen zu können.

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