Genetische Charakterisierung der gefährdeten Schafrasse Rouge du Roussillon und Erstellung eines Erhaltungszuchtprogramms

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Ziel dieser Arbeit war es, die bedrohte Schafrasse Rouge du Roussillon aufgrund von phänotypischen und genotypischen Merkmalen zu charakterisieren, Populationsstrukturen aufzudecken und einen Erhaltungszuchtplan aufzustellen.Dafür wurden 368 Tiere der in Frankreich und Deutschland vorkommenden Schafrasse und der Referenzrassen Coburger Fuchsschaf, Lacaune viande und Mourerous untersucht. Die genetische Variabilität innerhalb und zwischen den Populationen und die Populations¬strukturen wurden mithilfe von 15 Mikrosatellitenmarkern analysiert und die Rasse in den Kontext von 57 Schafrassen Europas und des Nahen Ostens eingeordnet. Phänotypische Daten und Pedigreedaten wurden erfasst und ausgewertet und ein Erhaltungszuchtplan für die Rasse Rouge du Roussillon in Deutschland entwickelt.Es zeigte sich geno- als auch phänotypisch eine Aufteilung der Rouge du Roussillon- Schafe in drei Subtypen: eine in Deutschland gehaltene Population und zwei Subtypen der in Frankreich gehaltenen Population, die hier als der neue französische Typ und der alte französische Typ bezeichnet wurden.Der alte französische Typ ist der kleinste und leichteste der drei Subtypen. Die deutschen Schafe sind im Mittel genauso groß wie der alte französische Typ, aber etwas schwerer. Deutlich schwerer und im Mittel 5 cm größer sind die Tiere des neuen französischen Typs.In der deutschen Population des Rouge du Roussillon- Schafes wurden Hinweise auf Inzucht in verschiedenen Parametern festgestellt. Aus der Analyse der Pedigreedaten ergab sich ein Inzuchtkoeffizient von 4,32 und eine effektive Populationsgröße von 37,33 Tieren bei einer Bestandsgröße von 81 lebenden Tieren. Die Population zeigte eine geringe Allelzahl von durchschnittlich 4,8 Allelen pro Marker und auch die beobachtete (HO) und erwartete (HE) Heterozygotie lagen mit Werten von 0,526 resp. 0,536 im unteren erwarteten Bereich für europäische Schafrassen. Die Rasse wies zudem keine privaten Allele mit Frequenzen von >5% auf. Diese Effekte sind aus der Zuchtgeschichte der Population zu erklären, da diese mit nur 12 weiblichen und 2 männlichen Tieren 1981 gegründet wurde und seither unter künstlicher Selektion und mit begrenzter Bockanzahl weitergezüchtet wurde.Verschiedene Analysen liefern Hinweise auf eine Einkreuzung in der Population des neuen französischen Typs. Sie zeigt eine deutlich höhere Heterozygotie als die beiden anderen Subtypen und weist eine durchschnittliche Allelzahl von 9,93 Allelen pro Marker auf. Bei der Bayesian Model-based Clustering Analyse und der Hauptkomponentenanalyse trennt sie sich deutlich von den beiden anderen Populationen. Auch zeigt sie hohe genetische Distanzen zum deutschen Rouge du Roussillon- Schaf und ist auch vom alten französischen Typ trotz einer Trennung der Populationen vor nur 17 Jahren deutlich differenziert.Bei der Einordnung der Rasse in einen europäischen Kontext zeigt sich eine deutliche Separierung von allen anderen Rassen. Die Rasse ordnet sich geographisch bei den nord¬europäischen Schafrassen ein, der alte französische Typ und die deutsche Population beziehen jedoch eine Sonderstellung separat von allen anderen Rassen. Dies spricht für die genetische Einzigartigkeit der Rasse und für die Notwendigkeit diese zu erhalten.Es wird empfohlen, den deutschen und den alten französischen Typ in einer gemeinsamen Zuchtpopulation zusammenzufassen und für diese eine gemeinsame Zuchtplanung zu entwickeln. Ein Zuchttieraustausch zwischen den beiden Populationen wäre notwendig. Es wird empfohlen, den neuen französischen Typ separat weiterzuzüchten.Der alte französische Typ sollte als eigenständiger Subtyp in Frankreich anerkannt werden und den Züchtern Zugang zu Fördermitteln für die Haltung dieses Typs ermöglicht werden.Es handelt sich bei den Rouge du Roussillon-Schafen um eine eigenständige, abgegrenzte und genetisch einzigartige Rasse, deren Erhalt erstrebenswert ist und weiterhin gefördert werden sollte. Aufgrund der geringen effektiven Populationsgröße ist ihr Zustand als kritisch einzustufen und vorsichtig zu bewerten. In der deutschen Population sollte bei der Zuchtplanung eine Verringerung des Inzuchtzuwachses pro Generation und eine Erhöhung der effektiven Populationsgröße im Vordergrund stehen. Neue Vermarktungsstrategien für Produkte dieser Rasse werden in Zukunft ein wichtiges Anliegen sein, um die Nachhaltigkeit der Zucht zu gewährleisten.

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