Sonographische Untersuchungen des Epididymis beim Eber
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Zusammenfassung
Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die drei Anteile des porzinen Epididymissonographisch darzustellen sowie Unterschiede in der Echogenität hinsichtlichLokalisation und zeitlichem Abstand zur Ejakulation mittels sonographischerGraustufenanalyse zu quantifizieren. Ferner sollte überprüft werden, ob Beziehungenzwischen den Ergebnissen der sonographischen Gewebecharakterisierung undausgewählten Befunden der andrologischen / spermatologischen Untersuchungvorliegen.Insgesamt standen 10 Eber (Dreirassenkreuzung) der gleichen Altersstufe (7 9Monate) zur Verfügung, wobei die Hälfte der Probanden perinatal mit dem MykotoxinZearalenon belastet war. Die Tiere wurden einer klinisch-andrologischen,spermatologischen und histologischen Untersuchung unterzogen und neben derkonventionellen B-Bild Sonographie wurde zusätzlich eine quantitativeGraustufenanalyse durchgeführt. Dabei kamen sowohl eine Linear- als auch eineMikrokonvex-Sonde in Kombination mit dem Ultraschallgerät Honda HS-1500V zurAnwendung. Die Geräteeinstellungen waren für jede Lokalisation konstant. ImEinzelnen erfolgte die sonographische Abbildung von Caput und Cauda epididymidisim Längsschnitt, während das Corpus epididymidis im Querschnitt dargestellt wurde.Zum Nachweis einer reproduzierbaren sonographischen Darstellung erfolgte beiallen Ebern eine zeitliche Wiederholungsuntersuchung sowie bei 5 Tieren eineindividuelle Wiederholung der Aufnahmen. Zur eindimensionalen Graustufenanalysewurde der porzine Nebenhoden pro Lokalisation und Untersuchung 20 mal in einerdefinierten Zone sonographisch abgebildet, eine doppelte Graustufenmessungerhoben und der mittlere Grauwert (Echogenität) sowie der Nmost-Wert (Modalwertder häufigsten Graustufe) ausgewiesen.Folgende relevanten Ergebnisse konnten erzielt werden:Klinisch-andrologische, spermatologische und histologische Untersuchung- Sämtliche Eber wiesen anhand der klinisch-andrologischen, spermatologischenund histologischen Befunde keine Einschränkung in ihrer Geschlechtsgesundheitauf.- Die Spermatozoen von Ebern, die intrauterin und postnatal mit dem MykotoxinZearalenon belastet wurden, zeigten signifikant niedrigere Motilitätsparameter(Computer - Aided Sperm Analysis) als Spermien unbelasteter Tiere.- Es bestanden signifikant positive Korrelationen zwischen rektalerKörpertemperatur und pH-Wert des Ejakulats (r = 0,27; p = 0,04),Spermiengesamtzahl (r = 0,26; p = 0,04), Anteil an primär pathomorphologischenSpermien (r = 0,39; p = 0,002) sowie Anteil pathomorphologisch veränderterSpermien (r = 0,36; p = 0,01). Mit dem Anstieg der Körpertemperatur imphysiologischen Bereich gingen lineare Erhöhungen der zuvor genanntenParameter einher.Sonographische Untersuchung inklusive quantitativer Graustufenanalyse- Alle drei Anteile des porzinen Epididymis (Caput, Corpus und Cauda) waren beider zeitlichen und der individuellen Wiederholungsuntersuchung immerdarstellbar.- Nebenhodenkopf, körper und schwanz wiesen signifikant unterschiedlichemittlere Grauwerte (objektive Echogenität) und Nmost-Werte auf.- An allen drei Lokalisationen des Epididymis waren post ejaculationem signifikanthöhere Grauwerte (mittlerer Grauwert und Nmost) zu verzeichnen als vor demSpermienausstoß.- Der Nebenhodenkopf wies als einziger epididymaler Anteil signifikanteBeziehungen zwischen dem mittleren Grauwert und der Spermiengesamtzahlsowie zwischen dem mittleren Grauwert und dem Ejakulatvolumen auf. EineErhöhung der objektiven Echogenität war hier mit einem Anstieg vonEjakulatvolumen (r = 0,64; p = 0,045) und Spermiengesamtzahl (r = 0,73; p =0,02) positiv linear korreliert.- Zwischen den Konsistenzen von Caput bzw. Cauda epididymidis und denErgebnissen der eindimensionalen Graustufenanalyse bestand kein statistischsignifikanter Zusammenhang.Aus den Ergebnissen dieser Untersuchung ist zu schlussfolgern, dass die B-BildSonographie als Methode zur Darstellung aller Anteile des porzinen Epididymis imRahmen der andrologischen Untersuchung geeignet ist. Ferner stellt dieeindimensionale Graustufenanalyse eine sinnvolle Ergänzung zum konventionellenUltraschall dar. Sie ermöglicht die Quantifizierung der subjektiven Echogenität unddamit eine Objektivierung der sonographischen Befunde. Die in der vorliegendenStudie erarbeiteten, signifikant unterschiedlichen Grauwerte für die Abschnitte desgesunden Epididymis prä und post ejaculationem eignen sich alsDiskussionsgrundlage für die Befundinterpretation in der andrologischen Diagnostik.Inwieweit die quantitative Graustufenanalyse eine Aussagekraft bei der Diagnosevon pathologisch veränderten Nebenhoden besitzt, müsste in einer weiteren Studiegeprüft werden.Abschließend wurde mittels computergestützter Spermienanalyse gezeigt, dassdurch eine Exposition von männlichen porzinen Feten bzw. Neonaten mit Zearalenonbestimmte Spermienparameter beim geschlechtsreifen Eber signifikant beeinflusstwerden.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
