Charakterisierung der testikulären PolySia-NCAM Expression während der saisonalen Spermatogenese des Rehbocks

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Polysialinsäuren (PolySia) sind Homopolymere, die aus mindestens acht 2,8-verknüpften Sialinsäuren bestehen und in Säugern hauptsächlich als posttranslationale Modifikation des neuralen Zelladhäsionsmolekül NCAM vorkommen. PolySia agiert unter anderem als Regulator von Zellinteraktionen und -adhäsionen und spielt eine wichtige Rolle bei der Proliferation und der Migration von Zellen. Während sich viele Studien mit dem Vorkommen und der Funktion von PolySia im Nervensystem beschäftigen, ist bisher nur sehr wenig über dessen Existenz und Relevanz in anderen Gewebearten bekannt. In dieser Arbeit wurde die Expression von PolySia und seinen Trägerproteinen im testikulären Gewebe von Rehböcken charakterisiert.Der Reproduktionszyklus des Rehbocks folgt einer strengen saisonalen Rhythmik. Während die Spermatogenese im Frühsommer komplett aktiviert ist, kommt es in den Wintermonaten zu einer vollständigen Rückbildung des Keimepithels. Dieses Phänomen macht den Rehbock zu einem interessanten Studienmodel, um generelle Regulationsmechanismen der Spermatogenese in Säugetieren zu untersuchen. In den Untersuchungen der in repräsentativen Jahresreihen zusammengestellten Gewebeproben konnte gezeigt werden, dass PolySia in den Monaten April (Proliferation des Keimepithels) und Dezember (Eintritt in den Winterarrest) am stärksten exprimiert wird. Die NCAM-Isoformen -180 und -140 wurden als PolySia-Trägerproteine identifiziert, wobei das hier zum ersten mal in Säugetierhoden nachgewiesene NCAM-180 als Hauptträger von PolySia zu benennen ist. Seine saisonale Expression folgt einem sehr ähnlichen Muster wie das der PolySia. Darüber hinaus wurde PolySia hauptsächlich zwischen Spermatogonien und Sertoli-Zellen im basalen Kompartiment lokalisiert, konnte aber auch auf Spermatozyten und im adluminalen Bereich von Sertoli-Zellen detektiert werden. Mittels HPLC wurden PolySia-Kettenlängen von über 19 Sia-Resten bestimmt, was Voraussetzung ist, um Interaktionen mit einer Vielzahl von Wachstumsfaktoren einzugehen.Damit konnte in dieser Studie erstmals gezeigt werden, dass PolySia, bestehend aus mindestens 19 Sia-Resten, als posttranslationale Modifikation von NCAM im testikulären Rehhodengewebe vorkommt und seine Expression einer wiederkehrenden saisonalen Periodik unterliegt. Da die höchsten PolySia-NCAM-Expressionslevel während der Aktivierung und Deaktivierung der Spermatogenese festgestellt wurden, könnte PolySia an den hier essentiellen morphologischen Umstrukturierungen des Keimepithels in besonderem Maße beteiligt sein.

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