Die vorliegende Arbeit verfolgte das Ziel, Anzuchtsysteme und Selektionstechniken auf ihre Anwendbarkeit in der Züchtung auf Trockenstressresistenz bei Winterraps zu untersuchen. Ein wesentlicher Fokus lag hierbei auf der Untersuchung des sogenannten Containersystems. Durch das große Boden-Fassungsvolumen der Container war es möglich, feldnahe Wachstumsbedingungen im Gewächshaus zu erzeugen. Es konnten im Trockenstressjahr 2011 hohe Korrelationen zwischen den Kornerträgen der Feldversuche und der Containerversuche festgestellt werden. Dies war sowohl unter Trockenstress- als auch unter Kontrollbedingungen möglich. Des Weiteren war es möglich, verschiedenste Trockenstressszenarien (Dauer, Stärke, Zeitpunkt, etc.) im Containersystem zu applizieren. Dadurch konnten physiologische und morphologische Parameter, die für die Resistenzeigenschaften eines Genotypen wichtig waren, über die gesamte Vegetationsdauer untersucht werden. Diese feldnahen Bedingungen des Containersystems erzeugen aber auch eine Abhängigkeit vom vorherrschenden Außenklima. Diese Abhängigkeit bestand bei den zusätzlich durchgeführten Gefäß- und in vitro-Versuchen in der Klimakammer nicht. Diese Anzuchtsysteme zeichneten sich durch eine hohe Reproduzierbarkeit aus. Sie wurden primär dazu genutzt, empfindliche physiologische Untersuchungen durchzuführen. Die THz-Methode und das Chlorophyll Content Meter wurden als Selektionstechniken ausgewählt und im Containersystem als auch in Gefäß- und in vitro-Versuchen getestet. Für eine Validierung der Selektionstechniken wurden zunächst Versuche unter den kontrollierten Bedingungen der Klimakammer durchgeführt. Weiter wurde in den Containerversuchen überprüft, ob sich die Selektionstechniken zur Unterscheidung genotypischer Trockenstressreaktionen eignen. Mit beiden Selektionstechniken war es möglich, die unter den jeweiligen Trockenstressszenarien resistenteren Genotypen zu identifizieren. Es waren jedoch umfangreiche Voruntersuchungen notwendig, um eine Anwendbarkeit für das jeweilige Trockenstressszenarium und den passenden Resistenztyp zu validieren.Abschließend wird deutlich, dass Trockenstress durch eine genaue Charakterisierung der Zielumwelt auch unter kontrollierten Bedingungen feldnahe simuliert werden kann. Für das aktuell vorherrschende Klima in Deutschland scheint eine spezielle Züchtung auf Trockenstress noch nicht notwendig zu sein. Eine Fokussierung auf die Züchtung von ertragsstarken Sorten scheint für den noch milden Trockenstress ausreichend.
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