Hinweise auf eine aberrante Salience bei Schizophrenie: Einfluss auf Reaktionsverhalten bei der Antizipation sozialer und monetärer Belohnung. Modulierung durch das Geschlecht

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https://doi.org/10.22029/jlupub-21175

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Diese Studie untersuchte die belohnungsbezogene Reaktionsverarbeitung bei PatientInnen mit Schizophrenie im Vergleich zu gesunden ProbandInnen mithilfe zweier etablierter experimenteller Paradigmen: dem klassischen „Monetary Incentive Delay Task“ (MID) sowie dem modifizierten sozialen Belohnungsparadigma (SID), das erstmals bei dieser klinischen Population zur Anwendung kam. Ziel war es, auf Grundlage der erhobenen Reaktionszeiten (RT) und Trefferquoten (TQ) Rückschlüsse auf die motivationale Komponente der Belohnungsverarbeitung („Wanting“) zu ziehen – unter der theoretischen Annahme einer aberranten „Incentive Salience“ infolge dopaminerger Dysfunktion bei Schizophrenie. Die Ergebnisse zeigten, dass PatientInnen mit Schizophrenie tendenziell verlängerte Reaktionszeiten aufwiesen, jedoch in beiden Paradigmen eine differenzielle Anpassung der Reaktionsmuster an die Belohnungswertstufen möglich war. Damit ergaben sich Hinweise auf eine grundsätzlich erhaltene, wenngleich abgeschwächte, Fähigkeit zur motivationalen Reizverarbeitung. In der Gruppe der gesunden ProbandInnen zeigten sich ebenfalls dynamisch anpassungsfähige Verhaltensmuster, allerdings mit einer breiten Streuung individueller Reaktionsprofile. Insgesamt wiesen beide Gruppen – entgegen der Erwartungen – polytome Verhaltensdaten auf. Dieses Ergebnis deutet auf komplexere, höherstufige neuronale Bewertungsprozesse hin. Verschiedene Erklärungsansätze wurden im Lichte von individuellen Unterschieden (z. B. Werthaltungen, Aufmerksamkeitsprozesse) und krankheitsspezifische Faktoren diskutiert. Die Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Effekte erfolgte mit dem Ziel, mögliche Vorteile weiblicher PatientInnen im Hinblick auf mildere Symptomverläufe differenziert zu erfassen. Die Befunde sprechen für ein dynamisches, flexibel modulierbares belohnungsbezogenes Verhalten bei Schizophrenie, das durch etablierte Paradigmen wie MID und SID abgebildet werden kann.

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