Zusammenhang zwischen Ventrikeldurchmesser und kognitiver Dysfunktion beim idiopathischen Parkinson-Syndrom gemessen durch transkranielle B-Bild-Sonographie und Magnetresonanztomographie

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Hintergrund: Im Verlauf der Parkinson-Krankheit (IPS) entwickeln ca. 30% der Patienten eine Demenz, was neue Herausforderungen an Diagnostik und Therapie stellt. In mehreren Studien konnte bereits bei Multipler Sklerose oder HIV-Patienten ein Zusammenhang zwischen Ventrikelweite als Marker der Hirnatrophie und kognitiven Parametern gezeigt werden.Zielsetzung: Das Ziel dieser Studie war es zu ermitteln, ob der Ventrikeldurchmesser gemessen durch TCS und MR-Bildgebung einen Marker für Hirnatrophie bei IPS darstellt und ob eine Korrelation zur Erkrankungsschwere und kognitiver Funktion besteht. Methodik: In dieser Studie wurden 108 IPS Patienten (64% männlich, 36% weiblich, durchschnittliches Alter: 63,64 (± 8.24 Jahre (J)) und 39 Kontrollprobanden (36% männlich, 64% weiblich; durchschnittliches Alter: 51,7 (± 15.6 J) einer transkraniellen Ultraschalldiagnostik sowie einer MRT-Untersuchung (T1,T2) unterzogen. Mit beiden Methoden wurde der transversale Durchmesser des 3. Ventrikels (3V) sowie des linken und rechten Seitenventrikels (liSV, reSV) vermessen. Zudem wurden neurologische Untersuchung, standardisierte motorische (UPDRS, Webster) sowie kognitive Funktionstests (MMST, PANDA, ZVT) durchgeführt. In einem 5-Jahres-Follow-Up wurden insgesamt 30 Probanden erneut untersucht.Resultate: Die B-Bild-sonographische Ventrikelmessung korrelierten mit der MRT Messung (Spearman rank Korrelation, 3V r= 0.8, liSV r= 0.4; p< .01, reSV r= 0.2; p<0.05). Die Interobserver-Realibilität war signifikant. In der IPS-Gruppe betrug die Weite des 3. Ventrikels 0.54 (± 0,02 cm), die des Seitenventrikelvorderhorns 1.49 ± 0.36 cm. Ein signifikanter Unterschied zwischen Ventrikelweite der IPS-Gruppe und der Kontrollgruppe zeigte sich nicht (F (1.12)= 5.5; p< .05). Eine wichtige Einflußgröße auf die Ventrikelweite war das Alter (3V: r= 0.49; p< 0.01; reSV: r= 0.389; p< 0.01; liSV: r=0.421; p< 0.01). TCS- und MRT-Daten korrelierten überwiegend mit kognitiven Parametern: MMST (3V: r= -0.3; p= n.s.; liSV: r= -0.5; p< 0,01; reSV: r= -0.5; p< .05), PANDA-Test (3V: Spearman-Rho -0.457; p< .05; liSV: Spearman-Rho -0.417; p< 0,05; reSV: Spearman-Rho -0.261; p= n.s.). Zwischen motorisch-funktionellen Testparametern und der Ventrikelweite ergab sich kein Zusammenhang. Im Follow-Up nach 5 Jahren zeigten beide Gruppen eine signifikante Zunahme der Seitenventrikeldurchmesser (re+liSV p< 0.0005), in der IPS-Gruppe betont (reSV: p= 0.28; liSV: p= 0.01). Beim IPS zeigte sich vergleichbar mit den Daten bei MS oder HIV eine Korrelation zwischen kognitiver Funktion und der Ventrikelweite.Schlussfolgerung: Zusammenfassend steht mit der TCS eine schnelle, kostengünstige und reliable Methodik zur Messung der Ventrikelweite als Surrogatmarker der Hirnatrophie zur Verfügung, die beim IPS vor allem eine Assoziation mit Alter und Kognitionsparametern aufweist. Welchen Stellenwert die TCS in der Beurteilung einer kognitiven Dysfunktion bei IPS einnehmen kann, bleibt weiterführenden Studien überlassen.

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