Regulation des Makrophagen-Migrations-Inhibitions-Faktors bei akuter und chronischer Entzündung des Hodens
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Zusammenfassung
Der Makrophagen-Migrations-Inhibitions-Faktor (MIF) ist eines der ersten entdeckten Zytokine überhaupt. Bei MIF handelt es sich um einen pleiotropen Faktor mit breitem Expressions- und Wirkspektrum. Als Reaktion auf Endotoxin wird es hormonartig aus der Hypophyse freigesetzt und kann systemisch die antiinflammatorische Wirkung von Glukokortikoiden konterkarieren. Im Krankheitsgeschehen konnte für MIF eine Rolle bei der Sepsis und vielen akut und chronisch entzündlichen Erkrankungen sowie der Tumorentstehung gezeigt werden. Im Hoden wird MIF von den interstitiellen Leydig- Zellen synthetisiert. Welche Rolle das Zytokin jedoch bei akuten und chronischen Entzündungen des Hodens spielt, die eine wesentliche Ursache männlicher Fertilitätsstörungen darstellen, ist bislang ungeklärt. Aufgrund seiner vielfältigen Wirkungen steht MIF derzeit bei der Entwicklung neuer Behandlungsstrategien unterschiedlicher Krankheitsbilder im Mittelpunkt. Die experimentell ausgelöste Autoimmunorchitis (EAO) bietet ein Modell zur Untersuchung chronisch-entzündlicher Unfruchtbarkeit. Ziel dieser Arbeit war es herauszufinden, ob und wie die MIFSynthese im Rahmen der EAO in der Wistar-Ratte beeinflusst wird. Ergänzend sollte durch die Aktivierung des Proteinase-aktivierten Rezeptors 2 (PAR2) in vivo der Einfluss eines akut entzündlichen Prozesses im Rattenhoden untersucht werden. Eine erhöhte Expression könnte dann als Grundlage für neue Therapieansätze zur Behandlung männlicher Infertilität dienen. In dieser Arbeit wurde nachgewiesen, dass der testikuläre MIF-Proteingehalt im Verlauf der EAO im Vergleich zu unbehandelten sowie nur mit Adjuvans behandelten Kontrollen signifikant abnimmt. Diese Western-Blot-Ergebnisse konnten durch immunhistochemische Versuche an Kryostatschnitten mit semiquantitativen Analyseverfahren verifiziert werden. Außerdem konnte gezeigt werden, dass Makrophagen neben den Leydig-Zellen einen Großteil der MIF-positiven Zelltypen des Hodens darstellen. Im Krankheitsverlauf der EAO nimmt der MIF-Gehalt der Leydig- Zellen jedoch deutlich ab. Auch die testikulären Makrophagen stellen sich 80 Tage nach Auslösung der EAO vollständig immunonegativ für MIF dar, wobei es insgesamt zu einer deutlichen Zunahme der Zahl der Makrophagen kommt. Die Aktivierung von PAR2 als Modell einer akuten testikulären Entzündung zeigte keinen regulativen Effekt auf die MIF-Expression. Aufgrund der in dieser Arbeit dargestellten Ergebnisse zeigen sich, im Gegensatz zu anderen entzündlichen Erkrankungen, in Bezug auf MIF keine begründeten Anhaltspunkte für neue Therapieansätze zur Behandlung inflammatorisch bedingter männlicher Unfruchtbarkeit.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
