Determinanten effektiven Zahnputzverhaltens : psychologische und soziodemographische Prädiktoren von Verhaltensweisen, die effektives Zahnputzverhalten vorhersagen

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Zur Erhaltung der Mundgesundheit ist das Zähneputzen essentiell. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass der Zahnputzvorgang häufig mangelhaft ausgeführt wird, sodass nach dem Zähneputzen noch ein hoher Anteil der Gingivarandflächen plaquebehaftet ist. Ziel der vorliegenden Arbeit war zu prüfen, (1.) welche psychologische Faktoren und (2.) welche soziodemographischen Risikoindikatoren sich zur Vorhersage von solchen Parametern des Zahnputzverhaltens eignen, für die zuvor gezeigt wurde, dass sie eine höhere Plaquefreiheit vorhersagen. Diese Analyse sollte zum einen dazu dienen, Hypothesen abzuleiten, wo Interventionen sinnvoll ansetzen können, zum anderen um Risikogruppen mit besonderem Interventionsbedarf zu identifizieren.N=98 18-Jährige aus Gießen wurden instruiert, ihre Zähne so gründlich wie möglich zu reinigen und wurden hierbei gefilmt. Anschließend wurde die verbliebene Plaque erhoben. Am Ende der Untersuchung füllten die Teilnehmenden Fragebögen zu psychologischen Parametern (parodontitisrelevantem Wissen, Selbstwirksamkeitserwartungen, Entscheidungsbalance, Zahnbehandlungsangst) und soziodemographischen Parametern (Geschlecht, Schulabschluss, Bildung der Eltern) aus. Die Zahnputzvideos wurden von zwei zuvor kalibrierten unabhängigen Beobachterinnen analysiert. Dabei erwiesen sich (in einer vorangestellten Analyse; Ebel et al. 2019) die Putzsystematik und die Dauer, mit der kreisende Bewegungen ausgeführt wurden, als besonders vorhersagekräftig hinsichtlich der Plaquefreiheit nach Putzen. Mittels ausreißerkontrollierter multipler Regressionsanalysen wurde überprüft, (1.) welche psychologischen Parameter und (2.) welche soziodemographischen Risikoindikatoren a) die Putzsystematik sowie b) die Dauer der kreisenden Bewegungen am besten vorhersagen.Als wichtige psychologische Prädiktoren für die Ausführung des Zahnputzverhaltens erwiesen sich die Zahnbehandlungsangst, das parodontitisrelevante Wissen, die Selbstwirksamkeitserwartungen und die Pro´s der Entscheidungsbalance. Die soziodemographischen Parameter eigneten sich weniger gut zur Vorhersage und sagten statistisch signifikant nur die Putzsystematik vorher. Hier war das Bildungsniveau der Teilnehmenden resp. ihrer Eltern, nicht aber das Geschlecht relevant. Deskriptiv zeigten sich einerseits hohe Selbstwirksamkeitserwartungen und Pro´s der Entscheidungsbalance, andererseits deutliche Wissensdefizite, ein unsystematischer Putzstil und ein hoher Anteil persistierender Plaque nach dem Zähneputzen.Nach den Ergebnissen der vorliegenden Analyse wäre bei psychologischen Interventionen insbesondere darauf zu achten, Zahnbehandlungsangst zu minimieren und Selbstwirksamkeitserwartungen zu adressieren, sofern diese noch gering ausgeprägt sind. Auch sollte auf ausreichendes Wissen der Patientinnen und Patienten geachtet werden. Zwar war auch die Bildung mit dem Zahnputzverhalten assoziiert, allerdings waren diese Zusammenhänge eher gering, sodass dies als Plädoyer dafür gewertet wird, Maßnahmen zur Verbesserung der Mundhygiene eher flächendeckend zu ergreifen.

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