Ruhestandseffekte auf die Ernährungsqualität : Eine empirische Analyse für Deutschland auf Grundlage von NVS-II-Daten
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Das wissenschaftliche Arbeitsziel war die Feststellung, ob es im Ruhestand zu Veränderungen der Ernährungsqualität kommt und ob diese Veränderungen den Gesundheitszustand womöglich beeinflussen. Hintergrund dieser Untersuchung waren bislang fehlende Arbeiten für Deutschland, die Auswirkungen der Ausgaben- und Zeitveränderungen durch den Eintritt in den Ruhestand auf die Ernährungsqualität untersuchen. Würde ein Retirement-Consumption-Puzzle in Deutschland existieren, so wäre ein Ausgabenrückgang mit einem Konsumrückgang gleichzusetzen, der sich in einer Veränderung des Ernährungsverhaltens ausdrücken würde. Die Ergebnisse der empirischen Analyse zeigen jedoch das Gegenteil und bestätigen die Vermutung, dass Ruheständler ihre Ernährungsqualität wahren und teilweise sogar steigern können. Bei dem Konsum von „positiven“ Nährstoffen, deren mangelhafte Zufuhr zu Erkrankungen führen kann, erreichen Ruheständler die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Außerdem nehmen sie weniger „negative“ Nährstoffe zu sich als Erwerbstätige, das heißt sie konsumieren weniger Fett, Alkohol, Salz, Cholesterin und Zucker. Zusätzlich haben sie eine gute Lebensmittelauswahl, die in ihrer Qualität diejenige der Erwerbstätigen leicht übertrifft. Diese Ergebnisse machen deutlich, dass sich die Ruhestandseffekte, ausgelöst durch Veränderungen von Zeitnutzung und finanziellen Mitteln, nicht negativ auf die Ernährungsqualität auswirken und von keiner, durch die hier verwendeten Qualitätsmaße nachvollziehbaren, Gefährdung der Gesundheit auszugehen ist. Auch wenn mit Hilfe der Daten der zweiten Nationalen Verzehrsstudie nicht direkt auf eine vermehrte Haushaltsproduktion geschlossen werden kann, so kann dennoch, mittels vorangegangener Studien für Deutschland, der Zusammenhang angenommen werden, dass eine Substitution der Ausgaben durch vermehrte Haushaltsproduktion im Ruhestand stattfindet. Somit kann das niedrigere Einkommen kompensiert werden, und das Konsumniveau bleibt konstant. Die Existenz eines Retirement-Consumption-Puzzles kann mit den vorliegenden Ergebnissen nicht bestätigt werden. Es verbleibt die Vermutung, dass der Konsum in anderen Bereichen zuerst an ein niedrigeres Einkommen angepasst wird, bevor sich die Betroffenen in ihrer Ernährung einschränken. Abschließend lässt sich sagen, dass keine Ruhestandseffekte auf die Ernährungsqualität im Rahmen dieser Arbeit nachgewiesen werden konnten.Link to publications or other datasets
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Arbeitsbericht / Institut für Agrarpolitik und Marktforschung;64
