Assoziation zephalometrischer Parameter mit dem Auftreten der Syringomyelie beim Cavalier King Charles Spaniel mit Chiari-ähnlicher Malformation
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Zusammenfassung
Bei der Chiari-ähnlichen Malformation des Hundes handelt es sich um ein Krankheitsbild, welches in den letzten 15 Jahren intensiv erforscht worden ist, dessen Pathogenese jedoch noch immer Rätsel aufgibt. Klinisch kommt es wie beim Menschen zu einer Kompression im Bereich des Foramen magnum, welche eine Veränderung des Liquorflusses hervorruft, infolge derer es zu der Ausbildung einer Syringomyelie im Rückenmarksparenchym kommt. Diese Veränderungen äußern sich beim Menschen vor allem durch starke Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich, beim Hund durch Parästhesien bis hin zu einer Paresesymptomatik.Nachdem man zu Beginn sowohl die gleiche Ätiologie wie beim Menschen zugrunde legte als auch die Namensgebung übernahm, zeichnete sich im Laufe der Zeit ab, dass es Unterschiede zu der Erkrankung des Menschen gibt.Dies beginnt bereits bei dem unterschiedlichen pathologischen Bild welches sich zeigt. Während beim Menschen eine Herniation der Kleinhirntonsille in das Foramen magnum gefunden wird, liegt beim Hund eine Verlagerung des Vermis cerebelli und häufig auch des Hirnstammes vor. Da man in der Humanmedizin bei Patienten mit Chiari Malformation eine kleinere hintere Schädelgrube finden konnte, versuchte man dies auch für den Hund nachzuweisen. Allerdings konnte eine zu kleine hintere Schädelgrube für den Cavalier King Charles Spaniel ausgeschlossen werden. Auch ein größeres Parenchymvolumen des Gehirnes, in Relation zur Schädelgröße beim Cavalier King Charles Spaniel, hat sich im Vergleich zu anderen Hunderassen nicht bestätigt. Unterschiede können durch ein unterschiedliches allometrisches Wachstum bei den verschiedenen Hunderassen erklärt werden. So stellt sich die Frage, welche anatomische Veränderung für das Overcrowding der hinteren Schädelgrube und der infolgedessen entstehenden Syringomyelie verantwortlich gemacht werden kann. Bisher konnte die Chiari-ähnliche Malformation nur bei brachyzephalen Hunderassen gefunden werden. Da der Cavalier King Charles Spaniel aufgrund des niedrigen Längen-Breiten-Verhältnisses seines Schädels als besonders brachyzephal eingestuft werden kann, liegt die Vermutung nahe, dass die Brachyzephalie als pathophysiologischer Faktor für die Entstehung einer Syringomyelie angesehen werden kann, also ein retardiertes Längenwachstum des Schädels Ursache für die pathologischen Veränderungen ist. Diese Überlegungen mündeten in der Frage, ob die Ursache in einer Verkürzung der Schädelbasisknochen gesucht werden kann. Aufgrund dieser Fragestellung wurden anatomische Parameter des Schädels von 107 Cavalier King Charles Spanieln in Zusammenhang mit dem Auftreten einer Syringomyelie bei diesen Tieren untersucht. Die Untersuchungen sollten Aufschluss über die Pathogenese der Chiari-ähnlichen Malformation und Syringomyelie geben und darüber, ob die Schädelbasis bei CKCS mit Syringomyelie tatsächlich kürzer ist als bei Tieren ohne Veränderungen des Rückenmarks. Im Rahmen dieser Studie wurden 107 CKCS untersucht, welche hauptsächlich zur Zuchtuntersuchung aber auch aufgrund klinischer Symptome vorgestellt wurden. Das Alter der untersuchten CKCS lag zwischen 6 Monaten und 9 Jahren. Es wurde von allen Tieren eine Computertomographie des Schädels sowie eine Magnetresonanztomographie des Schädels und der Wirbelsäule durchgeführt. Die Untersuchung der Wirbelsäule erfolgte im Rahmen der Zuchtuntersuchung bis zum 5. Halswirbel. Bei Patienten, die aufgrund einer neurologischen Symptomatik vorgestellt wurden, wurden bei der magnetresonanztomographischen Untersuchung auch kaudale Wirbelsäulenabschnitte erfasst. Alle 107 CKCS wiesen Veränderungen im Sinne einer Chiari-ähnlichen Malformation auf. Bei 63 der 107 untersuchten CKCS bestand zum Zeitpunkt der Untersuchung eine Syringomyelie.Die Ergebnisse der Untersuchungen konnten zeigen, dass das Auftreten der Syringomyelie mit dem Alter (p kleiner als 0,007), SBI (p kleiner als 0,0192), PI (p kleiner als 0,0447) und BOI (p kleiner als 0,0206) korreliert. Desweiteren konnte gezeigt werden, dass CKCS mit einem kleineren Schädelbasis-Index (SBI) ein höheres Risiko für die Ausbildung einer Syringomyelie (Odds ratio 1,26) aufweisen. Außerdem stellten sich sowohl das Präsphenoid als auch das Basiokziput bei diesen Tieren von reduzierter Länge dar, gleichzeitig tendierten diese Knochen dazu breiter zu sein.Es konnte im Rahmen dieser Studie gezeigt werden, dass die Verkürzung der Schädelbasisknochen einen Risikofaktor für das Auftreten der Syringomyelie darstellt und so die Vermutungen anderer Autoren unterstützt werden, dass die Ursache der Chirai-ähnlichen Malformation und der Entstehung einer Syringomyelie in einer Wachstumsstörung im Bereich der Schädelbasisknochen zu suchen ist.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
