Vitamin D-Defizit, Knochendichte und osteologische Marker des Knochenstoffwechsels bei türkischen Migranten in Deutschland im Vergleich zu einer deutschen Kontrollgruppe
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Zusammenfassung
Bei dem Krankheitsbild der Osteomalazie handelt es sich um eine systemische Erkrankung des Knochens infolge einer Mineralisationsstörung. Diese ist meist durch einen Vitamin D-Mangel bedingt, seltener durch eine Störung des Phosphatstoffwechsels. Eine reduzierte Knochendichte, wie sie bei der Osteomalazie und Osteoporose zu finden ist, geht mit einer Risikoerhöhung für knöcherne Frakturen wie auch mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität einher.Das Ziel der vorliegenden Arbeit galt der Prävalenz eines 25-Vitamin D3-Defizits, eines sekundären Hyperparathyreoidismus und einer Minderung der Knochendichte bei in Deutschland lebenden türkischen Migranten im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe deutscher Herkunft. Die Probanden hatten anamnestisch keine Resorptionsstörungen, laborchemisch keinen Hinweis auf Nierenfunktionsstörungen oder auf eine Hypophosphatasie. Es wurde auch sichergestellt, dass die untersuchten Personen keine Medikamente einnahmen, die den Vitamin D-Stoffwechsel beeinflussen.Von insgesamt 183 türkischen Migranten (TM, davon 98 Männer und 46 Frauen) und 46 Deutschen (13 Männer, 33 Frauen) wurde die Knochendichte am rechten gesamten Schenkelhals und im Lendenwirbelsäulenbereich (LWK 1-4) mittels der DEXA-Methode ermittelt. Weiterhin wurden der Body Mass Index (BMI) und folgende Knochenstoffwechselparameter nach einer Nüchternblutentnahme bestimmt: Parathormon, Kalzium, 25-Vitamin D3, Phosphat, alkalische Phosphatase, Osteocalcin, beta-CrossLaps und TRAP5b. Gemäß den WHO-Kriterien zeigte sich bei der Messung der Knochendichte eine Osteopenie bei 32,2% der Migranten und bei 32,6% der Deutschen. Eine Osteoporose konnte bei 8,2% der TM objektiviert werden. Die Migranten wiesen ferner signifikant höhere BMI-Werte auf (p<0,005). Ferner waren die Migranten mit Osteoporose signifikant älter als die mit Osteopenie (p=0,002). Insgesamt wiesen 83,1% der TM eine 25(OH)D3-Hypovitaminose auf, dieser Zustand war bei den Deutschen in 45,7% vorhanden. Weiterhin fielen bei 82% der Migranten ein erhöhtes PTH und bei 7,7% eine Hypokalzämie auf, 6,6% zeigten die klassische laborchemische Konstellation eines sekundären Hyperparathyreoidismus auf.Die Konzentration der beta-CrossLaps war bei 17,5% der osteopenischen Migranten und bei 13,3% mit Osteoporose erhöht. Die TRAP5b-Spiegel waren bei den TM mit Osteopenie in 52,5% und mit Osteoporose in 53,3% erhöht. Die Osteocalcin-Konzentrationen waren bei 26,7% der osteoporotischen Migranten vermindert.Aus den vorliegenden Daten und der Tatsache, dass TM eine ausgeprägte 25(OH)D3-Hypovitaminose und Zeichen einer Osteomalazie zeigen, die in 40,4% mit einer messbaren Knochendichteminderung einherging, empfiehlt sich bei den türkischen Migranten die Durchführung eines Screening-Programms mit Bestimmung des 25(OH)D3-Spiegels, des Serum-Kalziums und der Knochendichte. Dadurch wäre es möglich, eine sich schleichend entwickelnde Osteomalazie ohne charakteristische Frühsymptome zeitig zu erkennen und gegebenenfalls eine medikamentöse osteoprotektive Therapie ( Supplementationsgabe ) anzuordnen.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2009
