Untersuchungen zur Persistenz von Mastomys natalensis Papillomvirus im natürlichen Wirt
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Zusammenfassung
Ein kausaler Zusammenhang zwischen mukosalen humanen Papillomviren (HPV) und Gebärmutterhalskrebs steht aufgrund der Präsenz bestimmter HPV-Typen in über 99% der Fälle außer Frage. Eine Assoziation von hellem Hautkrebs und einigen HPV-Typen wird diskutiert und ist gerade bei der besonderen Situation einer Immunsuppression sehr wahrscheinlich. Bei immunsupprimierten Patienten, beispielsweise nach einer Organtransplantation, stellt Hautkrebs die häufigste Krebsart dar. Aber auch in der immunkompetenten, hellhäutigen Bevölkerung bedeutet Hautkrebs trotz geringer Sterblichkeit ein stetig wachsendes, kostenintensives Problem.Zur Untersuchung der Zusammenhänge zwischen der Entstehung von Hautkrebs und PV-Infektionen ist ein entsprechendes Tiermodell unverzichtbar. Aufgrund der persistenten Infektion mit dem spezies-spezifischen Mastomys natalensis PV (MnPV) und der damit verbundenen Entwicklung spontaner Hautläsionen bei einem Großteil der Tiere stellt die Mastomys coucha-Kolonie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) ein solches Tiermodell dar. Bei den Läsionen, die sich sowohl in behaarter Haut als auch an Haut-Schleimhaut-Übergängen wie am Mund und im Anogenitalbereich befinden, handelt es sich um gutartige Tumore wie Papillome und Keratoakanthome.Im Rahmen dieser Arbeit wurde die Verteilung von MnPV im Organismus mittels verschiedener Untersuchungsmethoden analysiert. Es gelang die Detektion viraler DNS in diversen Geweben, jedoch in unterschiedlicher Häufigkeit. In beinahe allen Haut- und Tumorproben war MnPV-DNS nachweisbar, somit ist von einer Durchseuchung des gesamten Bestandes auszugehen. Eine Integration der Virus-DNS in das Wirtsgenom war hingegen nicht festzustellen. Da jedoch nicht 100% der Tiere Tumore entwickeln, werden hierfür weitere Faktoren vermutet als die MnPV-Infektion per se. Als begünstigend für die Tumorentstehung werden chronische Hautirritationen, die sich insbesondere männliche Tiere im Rahmen von Rangkämpfen regelmäßig zufügen, angesehen. Möglicherweise erklärt das die deutlich höhere Tumorinzidenz bei männlichen im Vergleich zu weiblichen Tieren. Außerdem wurde in der Kolonie ein weiteres, bisher unbekanntes PV (Mastomys coucha PV2) entdeckt, das nicht mit MnPV verwandt ist.Der zweite Teil dieser Arbeit beschäftigte sich mit der Untersuchung der Entwicklung spontaner Tumore unter Immunsuppression bzw. mit dem Vergleich der Immunsuppressiva Cyclosporin A und Rapamycin in Hinsicht auf die Tumorentstehung anhand des Tiermodells Mastomys coucha. Hierbei konnte ein vermindertes sowie verzögertes Tumorauftreten unter Rapamycin im Vergleich zu Cyclosporin A bestätigt werden, wie bereits in vorausgegangenen Versuchen vermutet worden war.Das Tiermodell Mastomys coucha ist aufgrund seiner natürlichen PV-Infektion einzigartig und lässt einen Vergleich zur PV-induzierten Hautkarzinogenese beim Menschen, sowohl unter normalen Bedingungen als auch unter Immunsuppression zu.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler 2008
