Einfluss von autologem Platelet-Rich-Plasma auf die Osteogenese nach Implantation eines Calciumphosphatbasierten Knochenersatzmaterials (Calcibon® Granules) : Tierexperimentelle Untersuchungen am Bohrlochmodell des Schafes
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Zusammenfassung
Die Behandlung und Füllung knöcherner Defekte stellt ein häufiges Problem in derOrthopädie, Unfallchirurgie und Zahnmedizin dar. Forschungsgruppen aus aller Weltversuchen deshalb seit Beginn des 20. Jahrhunderts ein künstliches Füllmaterial zufinden, dass den heutigen Goldstandard, die autogene Spongiosaplastik, ersetzensoll und kann.In dieser Studie wurde ein aus autologem Blut gewonnenes plättchenreiches Plasma(Platelet-Rich-Plasma, PRP) mit einem auf Calciumphosphat-basierten Granulat(CaP) kombiniert und nach unterschiedlichen Beobachtungszeiträumen postimplantationem untersucht (makroskopisch, mikroskopisch undhistomorphometrisch).Die Implantation erfolgte in einen standardisierten zylindrischen Bohrlochdefekt imTibiakopf des Schafes. Der geschaffene Defekt hatte dabei einen Durchmesser von12 mm und eine Tiefe von 30 mm. Die 35 weiblichen Merino-Fleischschafe wurdenals Versuchstier gewählt, da die Anatomie und die Geschwindigkeit desKnochenstoffwechsels den menschlichen Gegebenheiten stark ähneln. Die Tierewurden nach verschiedenen Beobachtungszeiträumen unterteilt (Standzeiten: 5Tage, 10 Tage, 6 Wochen, 3 Monate, 6 Monate) und dann wiederum derVersuchsgruppe (CaP kombiniert mit PRP) oder der Kontrollgruppe (CaP) zugeteilt.Bei einigen Tieren wurde der Defekt in situ belassen ( Kontrollgruppe II ,Leerdefekte), um zu überprüfen, ob die körpereigenen Regenerationsfähigkeitenausreichen, den Defekt knöchern zu überbrücken.Die Erschließung der Defektzone erfolgt vom Lagerknochen ausgehend hin zurDefektmitte (zentripetal). Das Zentrum des Defektes ist bereits nach 6 Wochenerreicht. In der Versuchsgruppe startet die Knochenregenration auf einem höherenund aktiveren Niveau als in der Kontrollgruppe. Die Leerdefekte sind zu keinemZeitpunkt knöchern überbrückt (Kontrollgruppe II).Nach sechs Wochen kommt es jedoch zu einer Niveauangleichung desKnochenzuwachses zwischen der Versuchs- und Kontrollgruppe. Diese Ergebnissezeigen, dass das PRP insbesondere in der Frühphase der de-novo-Osteogenesewirksam ist.Auch die histomorphometrischen Ergebnisse untermauern diese Annahme. Nachsechs Wochen Standzeit kann kein Unterschied zwischen der Test- undKontrollgruppe festgestellt werden.Die Experimente konnten über den Zeitraum von sechs Monaten keinen signifikantenVorteil des autologen Thrombozytenkonzentrats (CaP + PRP) im Vergleich zuralleinigen Verwendung des Knochenfüllmaterials (CaP) zeigen.Um die Eigenschaften des PRPs in Bezug auf die Regeneration knöcherner Defektegenauer zu verstehen, sind weitere standardisierte experimentelle Studienerforderlich. Der Einfluss des PRP in der Frühphase der Knochenregeneration solltedabei besondere Beachtung finden und die Kaskade der Wachstumsfaktoren weiterentschlüsselt werden, damit die Ergebnisse verglichen und die Verwendung von PRPauf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
