Restenoseraten intrakoronarer Stents im klinischen Alltag : klinische und materialtechnische Prädiktoren ; Daten des Schwedischen Koronarangiografie- und Angioplastie-Registers (SCAAR)
Trotz der Weiterentwicklung der interventionellen Kardiologie und der verwendeten Stents bleibt die In-Stent-Restenose ein bedeutendes Problem.Diese Studie des Schwedischen Koronarangiografie- und Angioplastie-Registers (SCAAR) untersucht den Einfluss materialtechnischer Stentfaktoren auf die Restenosewahrscheinlichkeit intrakoronarer Stents. Es wurde der Einfluss der Strebendicke und der Legierungen 316L-Edelstahl und L605-Kobalt-Chrom bei BMS evaluiert, DES- und BMS-Restenoseraten verglichen, sowie klinische Parameter ausgewertet, die als Confounder in die statistische Berechnung eingingen.Ausgewertet wurden n=119949 Stent-Implantationen des Zeitraums 01.05.2005-06.04.2010, davon sind n=75448 BMS und n=44501 DES. Die Nachbeobachtung (Follow-up) endete am 06.10.2010, mit einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 1080 (±523) Tagen. Das SCAAR wurde mit anderen Registern, wie dem Todesursachenregister und dem nationalen Patientenregister, zusammengeführt, sodass das Follow-up vollständig ist zu Tod, Revaskularisierungen in Schweden und der Diagnosestellung von Myokardinfarkt. Zielvariable war das Auftreten von binärer Restenose (Stenose von >50%) bei einer klinisch indizierten Kontrollkoronarangiografie oder eine fraktionelle Flussreserve von =0,80. Um Unterschiede der Basischarakteristika der beiden Gruppen auszugleichen, wurde der Propensity Score verwendet. Adjustierte relative Risiken wurden mit dem Cox-Regressionsmodell geschätzt, in das der Propensity Score, sowie die Gruppen Restenose und Keine Restenose als Kovariablen eingingen. Bei den verwendeten BMS mit Strebendicken zwischen 65-100µm ergab sich ein leichtes, aber signifikant niedrigeres Restenoserisiko für dickere Stentstreben: RR 0,995 für dickere Streben; 95% CI 0,995-0,999; p=0,017. Die Legierung von BMS wirkte sich nicht auf das Restenoserisiko aus: RR 1,009; 95% CI 0,926-1,100; p=0,9. Bei der Bewertung der Ergebnisse müssen Einschränkungen des nicht-randomisierten, retrospektiven Studiendesigns bedacht werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei modernen BMS dünnere Streben nicht unbedingt eine Reduktion der Restenosewahrscheinlichkeit erzielen. Die Legierung wirkt sich bei BMS nicht auf die Restenosewahrscheinlichkeit aus. Es bedarf randomisierter Studien, um diese Ergebnisse zu bestätigen.
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