Gammaherpesviren bei kleinen Wiederkäuern, Zoo- und Wildtieren
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Zusammenfassung
Bösartiges Katarrhalfieber (BKF) ist eine meist tödlich verlaufende, meldepflichtige Erkrankung von Paarhufern, die durch verschiedene Macaviren der Unterfamilie Gammaherpesvirinae aus der Familie Herpesviridae ausgelöst wird. In der Regel handelt es sich dabei um eine Einzeltiererkrankung. Seit den ersten Fällen von Blauzungenkrankheit in Deutschland hat der Nachweis von Macaviren im Rahmen der Differenzialdiagnostik an Bedeutung gewonnen. Ungezielte Methoden zur Virusdiagnostik wie die Virusanzucht in Zellkultur und die Elektronenmikroskopie sind im Hinblick auf Macaviren nicht erfolgversprechend. Für eine Labordiagnose ist die PCR Mittel der Wahl. Bisher wird hierfür von den meisten Labors eine OvHV-2-spezifische PCR bei Rinderproben eingesetzt. Ein Ziel dieser Arbeit war es, die diagnostischen Möglichkeiten so zu erweitern, dass ein möglichst breites Spektrum von potentiellen BKF-Erregern detektiert werden kann. Weiterhin sollte ein System zur Vermehrung von CpHV-2 gefunden werden. Bezüglich der BKF-Diagnostik wurden zwei neue konventionelle PCR-Verfahren mit breitem Nachweisspektrum für Macaviren und eine OvHV-2-CpHV-2-diskriminierende Echtzeit PCR etabliert. Weiterhin wurden zwei serologische Verfahren, ELISA und Serumneutralisationstest, miteinander verglichen. Dafür wurden Proben von 276 Wildwiederkäuern, 230 Ziegen und 58 Schafen untersucht. Bei der Antikörperbestimmung ist der kompetitive ELISA dem SNT im Hinblick auf Arbeitszeit, Aufwand und Qualität der Testergebnisse deutlich überlegen. Für den Einsatz in der Routinediagnostik wird der ELISA vor allem für Hauptwirte empfohlen. Der Bedarf breit angelegter Detektionsmethoden für die BKF-Diagnostik konnte im PCR-Bereich anhand von 18 positiven Resultaten bei Wildtierproben demonstriert werden. Diese 18 Proben führten zu negativen Ergebnissen beim Einsatz der OvHV-2-spezifischen PCR, aber zu positiven Ergebnissen mit den PAN-Macavirus-PCR-Verfahren. Klonierung, Sequenzierung und eine phylogenetische Analyse der Amplifikate führten zu den Nachweisen von CpHV-2, CpHV-2-ähnlichem und BoHV-6-ähnlichem Macavirus.Erstmals konnte CpHV-2-induziertes BKF bei zwei Banteng-Rindern (Bos javanicus) festgestellt werden. Bisher wurde CpHV-2 nur als Auslöser der Erkrankung bei Hirschen und Elchen angesehen. Die Daten zeigen, dass die bisher ausschließlich durchgeführte OvHV-2-Diagnostik im Rinderbereich zu falsch negativen Befunden führen kann. Die beschriebene Etablierung einer OvHV-2-CpHV-2-diskriminierenden Echtzeit PCR ermöglicht eine schnelle Unterscheidung zwischen den beiden in Europa vorkommenden Hauptverursachern von BKF. Diese Methode ist für den Einsatz in der Routinediagnostik für kleine Wiederkäuer und Rinder gut geeignet. Für den Einsatz bei Wildtieren sind die breiter angelegten konventionellen PCR-Methoden vorzuziehen.Anzuchtversuche ausgehend von CpHV-2-positiven ZNS-Proben von Hirschen wurden auf unterschiedlichen Zelllinien durchgeführt. Weiterhin konnten Primär- und Sekundärkulturen aus Ziegen-Lymphozyten etabliert werden. Abschließend wurde ein vergleichbarer Virusanzuchtversuch auf diesen Sekundärkulturen durchgeführt. Bei allen Ansätzen kam es jedoch zum Verlust der virusspezifischen DNS. Zusätzlich wurde ein Transfektionsversuch mit Nukleinsäure aus dem oben angeführten ZNS von erkrankten Hirschen auf PT-Zellen durchgeführt und Überstände sowie Zellen mittels Echtzeit PCR untersucht. Auch dieser Ansatz erlaubte nicht die Kultivierung von CpHV-2.Verknüpfung zu Publikationen oder weiteren Datensätzen
Beschreibung
Anmerkungen
Erstpublikation in
Giessen : VVB Laufersweiler
