Die Reaktivierungskinetik humaner Polyomaviren bei Nierentransplantierten und ihre Quantifizierung mittels differentieller Real-Time-PCR

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Die Reaktivierung des humanpathogenen Polyomavirus BKV wird zunehmend als Ursache für eine Funktionsverschlechterung transplantierter Nieren bis hin zum Transplantatverlust im Rahmen einer PAN erkannt. Die Nadel-Biopsie des Nierentransplantats ist derzeit noch der genaueste Test zur Diagnose einer PAN. Einem nicht-invasiven Verfahren zur frühzeitigen Diagnostik einer PAN kommt somit eine große klinische Bedeutung zu. Im Rahmen dieser Arbeit ist es uns gelungen eine LC-PCR-Methode zu entwickeln, die eine gleichzeitige Amplifikation der BKV- und JCV-DNA und deren Differenzierung aufgrund unterschiedlichen Annealing-Verhaltens der eingesetzten Hybridisierungssonden ermöglicht. Die PCR dient dem quantitativen Nachweis der BKV- und JCV-DNA in Urin- und Serumproben von Nierentransplantat-Empfängern und ist dadurch den bisherigen nicht-invasiven diagnostischen Verfahren zur Erkennung einer BKV-/JCV-Reaktivierung überlegen. Insgesamt wurden von uns 152 Nierentransplantatempfänger mittels differenzieller real-time-PCR auf BKV- und JCV-DNA in Serum und Urin untersucht. Die Gesamtprävalenz der BKV-DNA in Urin und Serum betrug 81,6% und 10,5%, die der JCV-DNA im Urin 11,2%. Eine JC-Virämie kam nicht vor.Zur Darstellung von BKV-Reaktivierungskinetiken innerhalb der ersten zwei Jahre p. t. wählten wir 26 Patienten aus den 152 untersuchten aus. Anhand vorliegender Serum-Kreatininwerte der Patienten konnten zugleich mögliche Einflüsse der BKV-Reaktivierungskinetiken auf die Nierentransplantat-Funktion beobachtet werden. Es zeigte sich, dass eine BKV-Reaktivierung in den meisten Fällen bereits innerhalb der ersten drei Monate p. t. beginnt und eine Häufung der maximalen Virurie und Virämie im dritten und vierten Monat p. t. vorliegt. Des Weiteren deuten unsere Verlaufsbeobachtungen darauf hin, dass selbst BKV-Reaktivierungen mit einer geringen Virusausscheidung im Urin Einfluss auf die Nierenfunktion nehmen können und dass der Anteil der Patienten, die einen Funktionsverlust der Nierenfunktion zeigen, unter den BKV-Serum-positiven deutlich höher liegt, als unter den BKV-Serum-negativen. Die Gefahr einer BKV-Positivität im Serum ist unseren Beobachtungen zufolge im Rahmen eines Anstiegs der BK-Virurie um zwei log-Stufen und einer erreichten BK-Virurie >104 Ge/ml gegeben. Aus unseren Untersuchungsergebnissen schließen wir daher, dass eine einmalige BKV-Quantifizierung in Urin und/oder Serum und die Festlegung eines generellen Cut-off-Wertes für die BK-Virurie oder -Virämie zur Diagnose einer PAN nicht sinnvoll ist. Erst eine kinetische Beurteilung der BK-Virurie unter Berücksichtigung der laborchemischen Parameter der Nierenfunktion und ergänzender Quantifizierung der BK-Virämie ermöglicht die frühzeitige Diagnostik einer PAN. Die Screening-Intervalle sollten aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse innerhalb des ersten Jahres p. t. engmaschig gewählt werden.

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